Kölner Sommerfestival 2024 Diese Shows kommen in die Philharmonie

Köln · Kölner Sommerfestival präentiert im Juli und August eine „Zauberflöte“ aus Südafrika, die „Trocs“, „Elvis“ und eine „Cabaret“-Produktion aus Hamburg. Den charismatischen Conférencier spielt Tim Fischer.

Tim Fischer in der Rolle des Conférenciers aus dem Musical „Cabaret“.

Tim Fischer in der Rolle des Conférenciers aus dem Musical „Cabaret“.

Foto: Kerstin Schomburg

Kölns Philharmoniechef Louwrens Langevoort liebt es, in Superlativen zu sprechen: „Wir sind das schönste, größte Theater in den Monaten Juni und Juli in Köln.“ Weil die Konzertsaison in diesen Sommermonaten immer eine kleine Atempause einlegt, gibt die Philharmonie dann die Bühne frei für Theater-, Tanz- und Show-Produktionen, die sie seit mittlerweile 35 Jahren in Zusammenarbeit mit BB-Promotion anbietet. Vier sehr unterschiedliche Produktionen werden es in diesem Jahr sein, wie Langevoort und BB-Tourmanager Matthias Lienemann am Freitag in Köln ankündigten.

Die holde Flöte ist eine Trompete

Der Titel des Eröffnungsprogramms klingt klassisch-bekannt: „Die Zauberflöte“ (10. bis 14. Juli). Doch der Zusatz „Impempe Yomlingo“ deutet schon darauf hin, dass Mozarts berühmte Oper hier ein wenig anders klingen und aussehen wird als gewohnt. Das in Kapstadt ansässige Insango Ensemble hat aus Mozarts Arien und Schikaneders Texten eine ganz eigene Version für insgesamt 35 Mitwirkende erarbeitet. Zwar lässt auch hier die Königin der Nacht das hohe f der berühmten Rachearie wiederholt aufblitzen, doch die musikalische Begleitung übernehmen zum Teil Instrumente afrikanischen Ursprungs. Und die „holde Flöte“ Taminos klingt in dieser Fassung eher nach Miles Davis‘ Trompete. Auch die Inszenierung selbst wird unübersehbar afrikanisch geprägt sein. Langevoort: „Mit so viel Verve ist das wunderbar, die ‚Zauberflöte‘ einmal auf eine ganz andere Weise zu erleben.“

Ebenfalls klassisch und doch ganz anders kommen „Les Ballets Trockadero de Monte Carlo“ (16. bis 21. Juli) daher. Man sieht dort zum Beispiel den Tanz der vier kleinen Schwäne aus Pjotr I. Tschaikowskys Ballettklassiker „Schwanensee“, getanzt in Tütü und auf Spitze, wie es sich gehört. Doch in den Spitzenschuhen stecken in diesem Fall Männerfüße mit Schuhgrößen in 47er Regionen. Die Mischung aus Humor, Klamauk und tänzerischer Perfektion, die in dieser wie auch in vielen anderen Nummern der „Trocs“ zum Tragen kommt, begeistert weltweit mittlerweile seit 50 Jahren. In Köln waren die männlichen Ballerinen zuletzt 2016 zu bewundern. „Es ist eine absolute Kult-Company“, schwärmte Lienemann am Freitag.

Der „King“ kommt in dreifacher Gestalt

Kult ist auch Elvis Presley. Der King kommt vom 23. bis zum 28. Juli gleich in dreifacher Ausfertigung nach Köln. Das stimmgewaltige Darsteller-Trio spielt in „Elvis – Tribute Artist World Tour“ den „King“ in seinen drei prägendsten Lebensabschnitten. Dabei umfasst die Show über 30 Hits aus allen Schaffensperioden seiner Karriere von „Jailhouse Rock“ bis „Viva Las Vegas“.

Zum großen Finale heißt es „Willkommen, Bienvenue, Welcome“, wenn Ulrich Wallers gefeierte Hamburger Inszenierung des legendären Broadway-Musicals „Cabaret“ (30. Juli bis 4. August) die 35. Ausgabe des Sommerfestivals zum Abschluss bringt. Die Produktion des St. Pauli Theaters ist im Sommer zum ersten Mal überhaupt außerhalb der Hansestadt zu sehen. In der Rolle des charismatischen Conférenciers wird der großartige Tim Fischer in der Kölner Philharmonie zu erleben sein. Der Name steht für ein insgesamt hochkarätiges Ensemble aus Schauspielern und Sängern, das die verruchte Atmosphäre des Stücks, das im Berlin der heraufziehenden Nazi-Herrschaft angesiedelt ist, aufleben lassen soll. So wird Anneke Schwabe die Sally Bowles verkörpern, Sven Mattke den Clifford Bradshaw, und die große Charakterdarstellerin Angela Winkler („Die Blechtrommel“) steht alternierend mit Katharina Blaschke und Ilona Schulz als Fräulein Schneider auf der Bühne. Und Bonner Theaterbesucher der etwas älteren Generation können sich auf ein Wiedersehen mit dem großartigen Michael Prelle freuen, der im Wechsel mit Peter Franke den Herrn Schulze spielt.

Infos und Karten gibt es hier.

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