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Bonner Oper Dietrich W. Hilsdorf über seine Inszenierung von Verdis "Aida"

BONN · Wenn Dietrich W. Hilsdorf die Liste seiner Operninszenierungen durchgeht, erinnert das ein bisschen an Leporellos Katalog der Liebhaberinnen des Schwerenöters Don Giovanni.

 Regisseur Dietrich W. Hilsdorf in der Bonner Oper.

Regisseur Dietrich W. Hilsdorf in der Bonner Oper.

Foto: BEU

Allein Bonns Intendanten haben den Regisseur seit der Ära Beilharz zwanzig Mal verpflichtet, zuerst im Schauspiel, wo er "Nathan der Weise", "Familie Schroffenstein" und viele andere Dramen inszenierte, dann mehr und mehr an die Oper. Seine Händel-Trilogie mit den Oratorien "Saul", "Belsazar" und "Jephta" war ganz großes Theater: wuchtig, tief - und sehr unterhaltsam.

Dass auch Bonns neuer Intendant Bernhard Helmich dem Theatermann die Treue hält, hat gute Gründe nicht nur in Hilsdorfs Bonner Vergangenheit, sondern auch in der Zusammenarbeit der beiden Opernenthusiasten in Chemnitz: Für die Regie von "Die Liebe zu den drei Orangen" an Helmichs früherer Wirkungsstätte wurde Hilsdorf 2007 der "Faust" für die beste Opernregie verliehen. Das verbindet.

Jetzt hat Helmich ihn für einen der ganz großen Klassiker des Musiktheaters verpflichtet: Giuseppe Verdis Oper "Aida". Für Hilsdorf ist es nicht die erste Begegnung mit dieser Oper. Schon 1989 hat er das Stück zur Eröffnung der Aalto-Oper in Essen auf die Bühne gebracht (wo es längst Kult ist und immer noch auf dem Spielplan steht).

Mit dieser und vielen weiteren Verdi-Inszenierungen in Essen hat er sich den Ruf als Spezialist für die Opern des italienischen Komponisten erworben. "In Bonn ist es mein vierter Verdi", sagt Hilsdorf. Für Bonn hat Hilsdorf das Werk nun szenisch neu ausgerichtet, mit einem komplett neuen Team für Bühne (Dieter Richter), Kostüme (Renate Schmitzer), Chor (Volkmar Olbrich) und musikalische Leitung (Will Humburg).

Herzstück von Hilsdorfs Inszenierung wird der Triumphmarsch sein. auch weil er Theater immer als einen öffentlichen Raum begriffen hat. Insofern ist der Triumphmarsch auch Theater im Theater, die (Selbst-)Inszenierung der Sieger vor den Besiegten. Hilsdorf vergleicht die "Aida" mit einem Triptychon: "In der Mitte ist das Wichtigste."

Als Zuschauer darf man sich hier auf einiges gefasst machen. Es wird nach Hilsdorfs Worten "ein Extra-Event" mit 200 sichtbar Mitwirkenden. Dabei wird die Architektur des Opernhauses selbst eine zentrale Rolle spielen. Für Hilsdorf ist das Opernhaus, das 2015 seinem 50. Geburtstag entgegensieht, als ein Repräsentationshaus der damals drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt konzipiert. Deshalb wird der Triumphmarsch als großer Festakt inszeniert, für den man nach Hilsdorf eigentlich extra Eintrittsgeld nehmen müsste. Vorher und nachher geht's ein bisschen strenger zu: "Das spielt auf leerer Bühne, fast wie Shakespeare-Theater."

Nach der Premiere am Sonntag steht das Stück bis Ende noch 14 Mal auf dem Spielplan. Karten in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen.