Diva im Kimono: Nessi Tausenschön im Haus der Springmaus

Schräg, bizarr, derb und unschuldig - Musikalische Unterstützung von Marcus Schinkel an Flügel und Keyboard

Bonn. "Restwärme" - der Titel des aktuellen Programms der Sängerin und Komikerin Nessi Tausendschön mutet latent depressiv an. Tatsächlich stellte sich die Diva den Zuschauern in der Springmaus als "Koryphäe des depressiven Liedguts" vor. Vor allem bot sie indes Mondlyrik, Liebeslieder, Seemannslieder und Fruchtbarkeitsgesang in Kombination mit Ausdruckstanz, so sich dass der Abend äußerst unterhaltsam entwickelte.

Musikalisch unterstützt wurde die Chansonette von Marcus Schinkel an Flügel und Keyboard, am Bass von Ulla Oster und an Schlagzeug und Glockenspiel von Martell Beigang - allesamt kongeniale Musiker, die den Auftritt sichtlich amüsiert genossen. Im Mittelpunkt stand selbstverständlich Nessi. Wenn die Diva das Gefühl hatte nicht absolut im Mittelpunkt zu stehen, wies sie den Lichttechniker kurzerhand an, ihre Mitmusiker in ein unvorteilhaftes blasses grünes Licht zu tauchen.

Optisch zog sie alle Register vom glamourösen Reifenkleid bis hin zum albern wippenden Kimono. Ihre wandlungsfähige Stimme überzeugte sowohl in hohen als auch in tiefen Lagen und selbst dann, wenn sie mit imposantem Volumen schrie. Nessis wortgewaltigen Zwischenmoderationen waren schräg, bizarr, derb und unschuldig. Oft musste die Sängerin unvermittelt über sich selbst lachen, was sie sehr sympathisch machte. Ihre überzogene Nena-Parodie ließ die Zuschauer Tränen lachen.

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