Ein Kobold an der Blockflöte

Köln · Il Giardino Armonico trat in mittlerer Stärke auf dem Podium der Kölner Philharmonie an: 15 Musiker plus Continuo-Cembalo - und die Geigerin Viktoria Mullova.

Der Leiter des Giardino Armonico, Giovanni Antonini,verwandelte als Blockflötensolist Antonio Vivaldis Konzert RV 433 in einetheatralische Performance. Sein Spiel grenzte ans Zirzensische, ließ dieBlockflöte als barocken Kobold erscheinen. Ein ideales Legato-Spiel vermochtefreilich selbst Antonini nur bedingt zu verwirklichen.

Dabei wurde durchausdeutlich, wie er durch Blastechnik und Körperführung den naturgegebenenVibrato-Mangel des Instruments zu kompensieren suchte.

Ansonsten ist Non-Vibrato beim Giardino Armonico natürlichgewollter Stil, dem sich bei Bachs E-Dur-Violinkonzert (BWV 1042) auch ViktoriaMullova unterwarf. Man wird ihr aber kaum vorwerfen wollen, dass sie einzelneTön doch etwas "modern" belebte. Bei Vivaldis Konzert RV 208 warVirtuosität gefragt, welcher die Geigerin nichts schuldig blieb.

Doch selbst ihre Kunst und die Rasanz des fulminantenOrchesters vermochte nicht ganz zu kaschieren, dass sich unter den gebotenenWerken auch Musik von sekundärem Wert befand.

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