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Ein Turm für die "Geheimen Gärten" Remagens

Ein Turm für die "Geheimen Gärten" Remagens

Im Mai soll das neue Werk zum Skulpturenufer eingeweiht werden - Andernacher Firma arbeitet nach Plänen des Berliner Künstlerpaares Caroline Bittermann und Peter Duka

Remagen-Rolandswerth. Die Arbeiten an den "Geheimen Gärten Rolandswerth", alias Hentzenpark, laufen auf Hochtouren. Voraussichtlich Mitte Mai ist das Remagener Skulpturenufer um dieses naturverbundene Kunstwerk reicher. Gestaltet wird es vom Berliner Künstlerpaar Caroline Bittermann und Peter Duka.

Die Künstler orientieren sich dabei an der Ursprünglichkeit der Natur und lassen sich inspirieren von Novalis "Allgemeinem Brouillon" von 1798, in dem es heißt: "Die vollendete Speculation fuehrt zur Natur zurueck."

Dieses Zitat nutzen Bittermann und Duka als Denkfigur. Wie ein Wörterrätsel führt es den Besucher durch den Park: Am Eingangstor steht "Die vollendete Speculation". Das Herzstück ist der zehn Meter hohe Turm, um dessen Betonsäule das Wort "Fuehrt" zu lesen sein wird. Auf der Mauer über dem rückwärtigen Ausgang in Richtung Rhein steht in Spiegelschrift der dritte Teil des Satzes "zur Natur zurueck". Lesbar wird er vom ehemaligen Treidelpfad aus sein, zu dem vom Park her eine Treppe führen wird.

"Dieser Satz weist dem Park neben seinen historisch vielschichtigen Bedeutungskategorien ein übergeordnetes Prinzip zu", erklären Bittermann und Duka. Das Herzstück des künstlerischen Projekts der "Geheimen Gärten Rolandswerth" ist der Turm. "Er ist ein bedeutendes Element des Konzeptes", erklärt die Kuratorin des Arp-Museums, Jutta Matern.

Erst vor wenigen Tagen wurde der Schriftzug am Turm in Andernach von der Firma Hachmeister fertiggestellt. Die Betonrohre sponserte die Remagener Firma Grünbau.

Dass die Herstellung der Buchstaben eine wahre Herausforderung darstellte, kann Juniorchef Martin Hachmeister zurückblickend bestätigen. "Ohne die Begeisterung unseres Teams wäre diese Arbeit nicht realisierbar gewesen", sagt er.

Zuerst musste für die Lettern "Fuehrt" eine Schalung aus Agepan gebaut werden. Im zweiten Schritt wurde eine Spezialrezeptur eines Betongemischs hineingegossen, auch die Rundungen der Ansatzstellen zu den Rohren mussten genau geformt und angepasst werden, erklärt Fachmann Hachmeister. "Die Buchstaben müssen haargenau mit der Oberfläche der Rohre abschließen. Das war kein Kinderspiel." Auch die scharfen Kanten und die Befestigung der Buchstaben und Pflanzschalen am Turm waren knifflig.

Bittermann und Duka zeigten sich beeindruckt vom Ergebnis. Auch Jutta Matern lobte die Arbeit: "Der Turm sieht aus, als sei er dem künstlerischen Entwurf entsprungen. Einfach perfekt."

Mitte April soll er in den "Geheimen Gärten Rolandswerth" errichtet werden. Außerdem werden 13 Nistkästen und -höhlen für Fledermäuse und Insekten angebracht und der Turm bepflanzt. Bis zur Einweihung im Mai gibt es noch viel zu tun. "Vor allem das alte Gewächshaus gilt es zu erhalten", erklärt Jutta Matern. "Diese Aufgabe obliegt dem Remagener Bauhof, der hervorragende Arbeit leistet." Die Mauer rund um den Park muss erneuert werden, auch eine Vogelschutz-Hecke soll mit Hilfe des Jugend-Hilfe-Vereins Ahrweiler entstehen.

"Wir bekommen sehr viel Unterstützung", sagt Kuratorin Jutta Matern. "Auch Ortsvorsteher Rudolf Schönenborn und Förster Stephan Braun stehen uns stets zur Seite." Und auch die Einwohner von Rolandswerth werden in das Projekt mit einbezogen.