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"Ein weiteres Juwel für die Stadt"

"Ein weiteres Juwel für die Stadt"

Der Außenminister kam, sah und strahlte. "Das ist schön geworden, prächtig geworden", rezensierte Guido Westerwelle am Freitagabend das vollständig sanierte, in Stand gesetzte und neu organisierte August Macke Haus in Bonn.

Im Haus an der Bornheimer Straße und im Kunstverein fand am Freitag eine launige Feier zum Abschluss der Sanierungsarbeiten im Macke Haus statt. Grund zu feiern hatten die zahlreichen Gäste aus Kultur, Wirtschaft und Politik, die Direktorin Klara Drenker-Nagels begrüßte.

In zwei Etappen ist das Macke Haus umfangreich renoviert worden: Neu ist das Entree mit Shop, kleiner Cafeteria und Garderobe, verändert wurde der Ausstellungsbereich im ersten und zweiten Obergeschoss. Die Kunstwerke entfalten in neuerdings hellen Räumen, einzeln durch LED-Strahler akzentuiert, ihre Wirkung, die Ausstellung bekommt durch die neue Raumabfolge eine besondere Dynamik.

"Das Haus ist jetzt up to date", sagte Drenker-Nagels: klimatisch-konservatorisch fit für die Gegenwart und gerüstet für die Zukunft. "Ich gratuliere der Stadt Bonn", sagte Westerwelle im Kunstverein. Das sich in neuem Glanz präsentierende Macke Haus sei "ein weiteres Juwel für die Stadt".

Mehrere Partner haben das Projekt gestemmt, die Kosten beliefen sich auf rund 740.000 Euro. Die Bundesrepublik Deutschland gewährte einen Zuschuss von 500.000 Euro. Der Landschaftsverband Rheinland beteiligte sich mit 48.000 Euro. Bereits 2010 stellten die Sparkasse KölnBonn 90.000 und die Stiftung August Macke Haus der Sparkasse 100.000 Euro bereit.

Für den Außenminister ist das Macke Haus mehr als eine kulturell kostbare Immobilie, es hat ihn geprägt. "Das Haus rührt mich immer ans Herz", sagte Westerwelle. "Über August Macke bekam ich erst einen Zugang zur Kunst", hat er einmal bekannt und gestern Abend mehrfach bekräftigt. In seiner unterhaltsamen und inspirierten Rede rühmte Westerwelle den großen Künstler Macke, dessen Werk von nationalstaatlichem Interesse sei, und lobte das Engagement privater Förderer.

Mäzenatentum sei nötig, wolle man eine Kulturnation am Leben erhalten. Kunst und Kultur seien mehr als nur Spiegel der Gesellschaft, oftmals sogar deren Motor, betonte Westerwelle. 2008 war der FDP-Politiker zu Gast im Macke Haus in Bonn und informierte sich über die geplanten Sanierungsmaßnahmen. Und versprach, zu helfen: "Es gibt nicht mehr vieles, was so ursprünglich ist. Das sollte man auf jeden Fall unterstützen", stellte er fest.

Westerwelle lieferte. Es gelang, im Etat des Staatsministers für Kultur und Medien einen Betrag von 500.000 Euro zur Renovierung des Macke Hauses einzustellen. Ingeborg Berggreen-Merkel, Ministerialdirektorin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden, nannte die Sanierung beispielhaft und freute sich über ein "wunderschönes Haus".

Der Beitrag Westerwelles wurde gestern gewürdigt, ebenso die - ideelle - Unterstützung der Stadt Bonn. Deren erster Repräsentant, Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, unterstrich seine Wertschätzung des Macke Hauses, es sei "ein hochwertiges Museum". Selbst das Gute kann man immer noch besser machen.

Und so kam schnell die Sprache auf den vom Architekten Karl-Heinz Schommer gestalteten Ergänzungsbau, mit dessen Fertigstellung 2014 das "Künstlerhaus August Macke in Bonn" seine Vollendung erfahren soll. Entstehen soll ein Macke-Komplex aus historischem Künstlerhaus und modernem Ausstellungsareal, inklusive Museumspädagogik und Forschung. Für die rund 6,5 Millionen Euro teure Realisierung der architektonischen Vision fehlt noch Geld, die Initiatoren werben bei potenziellen Unterstützern für das Projekt.

Klara Drenker-Nagels erläuterte im Kunstverein die Pläne Schommers, die in der Stadt Bonn bei vielen Menschen auf große Resonanz stoßen. Minimalistisch und edel, repräsentativ und funktional, mit diesen Worten ließe sich Schommers Arbeit beschreiben. In diesem Rahmen sollen ab 2014, wenn sich der Todestag Mackes zum 100. Mal jährt, wie gehabt "kleine, intime Ausstellungen" (Drenker-Nagels) geplant und verwirklicht werden. Manche Dinge ändern sich nicht im Macke Haus.