Endstation Sehnsucht im Jungen Theater Bonn

Intendant Moritz Seibert kündigt das Musical "Tintentod" für die Spielzeit 2008/2009 an - Zu sehen sind auch Michael Endes "Unendliche Geschichte" und "Aladin und die Wunderlampe"

Endstation Sehnsucht im Jungen Theater Bonn
Foto: jtb

Bonn. Dass das Junge Theater Bonn (JTB) nach den erfolgreichen Uraufführungen von "Tintenherz" und "Tintenblut" auch den letzten Teil von Cornelia Funkes Tinten-Trilogie auf die Bühne bringen wird, ist keine Überraschung. Im März 2009 wird das Musical "Tintentod" seine Premiere feiern; die Uraufführung ist wieder im T-Mobile-Forum geplant.

Das bewährte Kreativteam um den Regisseur Marco Dott arbeitet bereits an der Theaterfassung. Um die spannende Geschichte zu Ende zu bringen, wird sich auch Tante Elinor (in der Darstellung von Giselheid Hoensch der heimliche Star von "Tintenherz") beherzt in das geheimnisvolle Buch hineinlesen müssen, damit die offenen Fragen aus "Tintenblut" eine Lösung finden.

In der fantastischen Welt der Bücher bleibt das JTB bei seinen vier bisher fest geplanten Neuproduktionen (eine offene Position behält sich Intendant Moritz Seibert noch vor) in der kommenden Saison ohnehin. Die erste Premiere am 5. September wird "Die unendliche Geschichte" nach dem 1979 erschienenen Jugendroman von Michael Ende in einer neuen Bühnenbearbeitung präsentieren. Der Bestseller über die Poesie als Medium der Selbst- und Welterfahrung avancierte zeitweise zum Kultbuch für Erwachsene, die nun die nächste Generation zur Revision von Endes komplexer, kritischer Traumwelt anstiften können. Die Kinderrollen werden an der Seite des erwachsenen Profi-Ensembles wieder mit gleichaltrigen Nachwuchsdarstellern besetzt. Außerdem wirken mehrere Puppenspieler mit. Einen Drachen gibt es selbstverständlich auch. Hausregisseur Andreas Lachnit inszeniert das Stück für Zuschauer ab 7 Jahren.

Für das Publikum ab 5 Jahren gibt es ab dem 26. Oktober einen absoluten Klassiker: "Aladin und die Wunderlampe" ist eine der beliebtesten Geschichten aus "Tausendundeiner Nacht". Der Inbegriff orientalischer Märchen wird mit flotten Songs aufgepeppt und ebenfalls von Andreas Lachnit als Familienstück inszeniert. Kurz nach Weihnachten wird im Januar Antoine de Saint-Exupérys "Kleiner Prinz" den abgestürzten Piloten in der Sahara besuchen.

Wer kennt ihn nicht, diesen kleinen Außerirdischen, der von seinem winzigen Planeten ins Universum aufgebrochen ist, um Antworten auf seine gar nicht so naiven Fragen zu finden. Und schließlich vom Fuchs in das große Geheimnis der Freundschaft eingeweiht zu werden. "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar" - das gehört zu den berühmtesten Sätzen der Weltliteratur. Die Besetzung und die Regie stehen noch nicht ganz fest.

Die Proben für "Romeo und Julia" - die letzte Premiere dieser Spielzeit am 29. Mai, Wiederaufnahme in der nächsten Spielzeit - laufen derzeit auf Hochtouren. Regisseur Andreas Lachnit ist sehr begeistert davon, wie klar die scheinbar fremde Sprache Shakespeares (in der modernen Übersetzung von Frank Günther) den jugendlichen Darstellern über die Lippen geht.

Sehnsucht ist das zeitlose Thema und könnte auch als Motto über der nächsten Saison stehen. Es sind bekannte populäre Stoffe, die den Spielplan 2008/09 prägen, was ihre inhaltliche Relevanz für das junge Publikum keineswegs schmälert.

Zumal inzwischen auch das nicht mehr ganz so junge Publikum ins JTB strömt, das sich mit der deutschsprachigen Erstaufführung der schwulen Liebeskomödie "Beautiful Thing" mutig ein Risiko erlaubt hat. Die fast immer ausverkaufte Aufführung bleibt im Repertoire.

"Tintenherz" und "Tintenblut" selbstverständlich auch. Für die drei aktuellen Kinderstücke - das muntere "Sams", die kessen "Wilden Hühner" und Lindgrens nachdenkliche "Brüdern Löwenherz" - kann die Kartennachfrage bis zur Sommerpause sowieso nicht mehr befriedigt werden.

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