Konzert im Palladium Enter Shikari mit einer Schreibmaschine

Köln · Enter Shikari begeistern im Kölner Palladium mit einem packenden Auftritt und der neuen CD „The Spark“. Enter Shikari kamen beim Start ihrer Deutschlandtour im Kölner Palladium mit einer Schreibmaschine daher.

 Enter Shikari mit Roughton „Rou“ Reynolds.

Enter Shikari mit Roughton „Rou“ Reynolds.

Foto: Thomas Brill

Musiker aus England scheinen derzeit einen Hang zu einer unkonventionellen Instrumentierung ihrer Liveauftritte zu haben. Während Noel Gallagher jüngst auf den rhythmischen Einsatz einer handelsüblichen Bastelschere setzte, kamen nun Enter Shikari beim Start ihrer Deutschlandtour im Kölner Palladium mit einer Schreibmaschine daher – wenn auch nur als ein kurzes Intermezzo. Im Takt zum durch die Halle wabernden elektronischen Soundteppich hämmerte Frontmann Roughton „Rou“ Reynolds einen kurzen Beat in die Tasten, indem er – für die Fans dank Videoprojektion gut sichtbar – den Titel des folgenden Songs „Undercover Agents“ zu Papier brachte.

Eine nette Idee, vor denen das Quartett aus dem englischen St. Albans seit jeher nur so sprudelt. Schon auf dem ersten Album („Take to the Skies“ aus dem Jahr 2007) erweiterte Enter Shikari seinen Metalcore und Post-Hardcore um schräge Synthie-Sounds, die an ein „Super Mario“-Spiel erinnern. Während auf Platte die Brutalität der frühen Werke einem immer weichgespülteren Sound Platz macht und der Pop auf dem aktuellen Werk „The Spark“ deutlich wie noch nie zuvor im Vordergrund steht, hat die Band live noch nichts von ihrer Energie eingebüßt.

Insbesondere Roughton wirkte in Köln in seinem schlabbrigen Anzug und mit seiner Rod-Stewart-Gedächtnis-Matte wie der noch leicht verkaterte Sänger einer Hochzeitsband, der es aber dank seines Charismas und seiner Qualitäten als Entertainer locker schaffte, die Gäste vom Start weg einzufangen. Dass das Palladium dabei gerade einmal gut zur Hälfte gefüllt war, fiel bei dem andert-halbstündigen Energieaustausch kaum ins Gewicht.