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Experimentell geprägte Bilderwelt im Gärtnerhaus

Experimentell geprägte Bilderwelt im Gärtnerhaus

Collagen mit Souvenirobjekten oder mit Skizzen, Fotos aus seinem Abenteueralltag zu spicken, das war in der letzten Zeit die ausgemachte Spezialität des ursprünglich in der Konzeptkunst beheimateten Joseph Schnorrenberg.

Bonn. Collagen mit Souvenirobjekten oder mit Skizzen, Fotos aus seinem Abenteueralltag zu spicken, das war in der letzten Zeit die ausgemachte Spezialität des ursprünglich in der Konzeptkunst beheimateten Joseph Schnorrenberg.

Nicht umsonst charakterisiert sich der gebürtige Bonner als "Flaneur et Narrateur". Anspruchsvolle Kostproben aus einer experimentell geprägten Bildwelt liefert ein geistreiches Solo des frankophilen Künstlers.

Unter dem Stichwort "Pariser Skizzen" zeigt der Absolvent der Kölner Werkstudien eine launige Frequenz von Buchseiten, wo jeweils zwei Sichtweisen (etwa Fotoübermalung und malerische Improvisation) und damit das verblüffende Eigenleben eines Zentralmotiv durchgespielt werden. Grundstock dieses dialogischen Prinzips liefern Reminiszenzen aus einem Pariser Aufenthalt; deren Angelpunkte bilden wiederum Museumsbesuche sowie Beobachtungen zum Lokalkolorit des Pariser Straßenlebens.

Eine markante Vorliebe für feinsinnig paraphrasierte Zitate aus klassischen Maltraditionen (etwa Delacroix oder Watteau) sowie für literarische Verfremdungen (Baudelaire, Heine) verraten den Kunsthistoriker und Literaturkenner Schnorrenberg.

Mit Pastellkreide, Tempera und Acrylfarben überblendet ist auch der großformatige Zyklus "Die ungespielten Noten". Als Impulsfeder dient der musikalische Nachlass eines tragisch verunglückten Bonner Straßengeigers und Komponisten.

Schnorrenbergs Hommage fügt sich zusammen aus rhythmisch diktierten Partituren. Übermalungen authentischer Notenblätter münden in flüssig formulierte Kommentare zum Thema Wahrheit und Dichtung.

Kurfürstliches Gärtnerhaus, Beethovenplatz. Finissage, 12. Mai, 19 Uhr Lesung mit Rolf Persch. Di - Sa 14 bis 18 Uhr, So 11 bis 15 Uhr.