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Faszinierender Spannungsbogen: Joseph Haydns "Nelson-Messe"

Faszinierender Spannungsbogen: Joseph Haydns "Nelson-Messe"

Kammerchor Röttgen in der Bonner Remigiuskirche

Bonn. Militaria hat Joseph Haydn in seiner so genannten "Nelson-Messe" zwar nicht vertont, aber ein bisschen martialisch kann es schon zugehen in dieser "Missa in Angustiis" aus dem Sommer des Jahres 1798, aus Zeiten Napoleonischer Umtriebe. Und als dem britischen Admiral bei Abukir ein Sieg über den Korsen gelang, hatte die Messe ihren Namen weg.

In einer überaus achtbaren Aufführung in der Bonner Remigiuskirche war das Werk jetzt vom Kammerchor Röttgen zu hören, der seit einiger Zeit schon die Bonner Chorlandschaft um seine Stimme(n) bereichert. Mit Beginn des Jahres hat der Guido Knüsel-Schüler Marc Mönig diesen Chor übernommen und damit seinem Bonner Männergesangverein und dem Vokalensemble Kontrapunkt ein drittes interessantes Aufgabengebiet hinzufügen können.

Mönig hatte sorgfältig gearbeitet, sich um präzise Einsätze, eine saubere Intonation und nicht zuletzt um eine deutliche Artikulation bemüht und so dem Chor zu einem durchweg leichten, selbst in den Forte-Passagen noch ausreichend filigran wirkenden Ausdruck verholfen, was dem Werk blendend bekam.

Das Solistenquartett aus Elisabeth Kaiser, Sopran, Maria Joosten, Alt, Thomas Iwe, Tenor, und Christopher Adams, Bass, versah seine Parts recht harmonisch und konnte das abschließende Agnus Dei unter einem wunderbaren Spannungsbogen realisieren. Das von Friedrich Bernhard Hausmann einstudierte Kammerorchester Röttgen sorgte bei all dem für verlässliche Begleitung.

Der Messe von Haydn vorangegangen war Carl Gottlieb Reissigers "In Die Angustiae" für mehrstimmigen Chor und Händels Ouvertüre zu Psalm 96, "Singet dem Herren".