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20 Jahre „Quatsch keine Oper“ in Bonn: Gast im Tempel der Hochkultur

20 Jahre „Quatsch keine Oper“ in Bonn : Gast im Tempel der Hochkultur

Von Axel Prahl bis Olaf Schubert: Das Programm der Jubiläumsspielzeit bringt alte Bekannte und neue Gesichter

Kleinkunst in der Oper, dem Tempel der Hochkultur? Comedy statt „Der Barbier von Sevilla“, Kabarett statt „Orpheus und Eurydike“? Vor 20 Jahren war ein derartiger Schritt undenkbar – bis Rita Baus in Bonn die Reihe „Quatsch keine Oper“ etablierte und damit auch Menschen anlockte, die den Bau am Boeselagerhof sonst nicht betreten hätten. Mittlerweile ist das Format aus der Bundesstadt nicht mehr wegzudenken, und so stehen in der Jubiläums-Saison 2022/2023 insgesamt 16 Veranstaltungen auf dem Plan, vom Vorzeige-Proll Atze Schröder bis zum Polit-Sezierer Hagen Rether, vom leichten Swing Ulrich Tukurs und seiner Rhythmus Boys bis zum klassisch geprägten Musikkabarett von Salut Classique, der Nachfolge-Formation von Salut Salon. Eine reizvolle Mischung. Wie immer.

Wise Guys mit einmaligem Gastspiel

Höhepunkte zu benennen erscheint angesichts der hohen Qualität des Programms kaum möglich. Allerdings ragen einige Veranstaltungen heraus, die im wahrsten Sinne des Wortes einmalig sein werden. Dazu gehört insbesondere die Show „Kein Comeback“ am 3. Oktober, bei dem fünf ehemalige Sänger der A-cappella-Gruppe Wise Guys zusammen mit einem Pianisten auftreten werden.

Was genau das Publikum erwarten kann, ist noch offen, Wise-Guys-Songs sind aber offenbar nicht geplant. „Auf jeden Fall findet das Zusammentreffen in dieser Form nur in Bonn statt“, betont Rita Baus. Gleiches gilt für die Konzerte von Max Mutzke, der im Rahmen von „Quatsch keine Oper“ immer wieder Überraschungsgäste einlädt. In den vergangenen Jahren hat er unter anderem Stefan Raab und Barbara Schöneberger auf die Bühne geholt, die nächsten beiden Ausgaben sind noch in dieser Spielzeit für den 18. Juni sowie in der kommenden für den 29. April 2023 geplant.

Matthias Brandt kommt mit E.T.A.-Hoffmann-Programm

Auch ansonsten wird es spannend, zumal Baus mit einigen Raritäten aufwartet. So hat sie es geschafft, noch einmal Gerhard Polt und die Well-Brüder nach Bonn zu holen, obwohl der 80-jährige Grandseigneur des Kabaretts kaum noch außerhalb Bayerns auftritt. Sehr selten gespielt wird auch ein Programm von Gerburg Jahnke, in dem sie ausnahmsweise ohne Gästinnen, dafür aber mit drei geschätzten Gästen zu sehen ist: Wilfried Schmickler, Herbert Knebel und Fritz Eckenga, drei überaus wortmächtigen Künstlern, an denen sich Jahnke gut abarbeiten kann. Und dann wäre da noch das neue Programm von Schauspieler Matthias Brandt und Pianist Jens Thomas zu E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Das Bergwerk zu Falun“, das angesichts der früheren, überragenden Darbietungen des Duos mit Sicherheit ganz besonders werden wird. Ergänzt wird das Programm unter anderem durch Konzerte von Axel Prahl, Tommy Engel und den Söhnen Hamburgs alias Stefan Gwildis, Joja Wendt und Rolf Claussen sowie durch Kabarett-Auftritte von Serdar Somuncu, Olaf Schubert, Dennis aus Hürth und Anny Hartmann.