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"Quatsch keine Oper" am Theater Bonn: Gehobene Unterhaltung

"Quatsch keine Oper" am Theater Bonn : Gehobene Unterhaltung

Schon zum 15. Mal findet am Theater Bonn die Veranstaltungsreihe „Quatsch keine Oper“ statt. Auch in der Spielzeit 2016/2017 gibt es wieder viel politisches Kabarett, aber auch musikalische und literarische Abende.

Gerhard Polt, Martin Sonneborn, Hagen Rether und Rainald Grebe. Die beliebte Bonner Veranstaltungsreihe „Quatsch keine Oper“ bietet in der Spielzeit 2016/17 zum 15. Mal politisches Kabarett auf höchsten Niveau. „Das ist für die Kultur in der Stadt eine ganz besondere Institution“, sagte Generalintendant Bernhard Helmich bei der Vorstellung des Programms gestern im Theater Bonn. Bereits seit 2001 organisiert Rita Baus die Veranstaltungen, die das Opernhaus immer wieder füllen und eine ganz eigene Atmosphäre erzeugen. Dank der Vielfalt im Programm, dem tollen Bonner Publikum und einer erstklassigen Technik sei die Auslastung daher zwischen 90 und 100 Prozent, sagte Baus. Auch für die kommende Saison erwartet sie einen großen Besucherandrang. Das dürfte beim Blick auf die eingeladenen Künstler sicher kein vermessenes Ziel sein.

Zum Start am 28. August gibt es zum ersten Mal ein Kinderprogramm. Der Bonner Musiker und Rezitator Oliver Steller spricht und singt Gedichte und Lieder für Sechs- bis Elfjährige. Auch für liebende und verliebte Erwachsene startet die Spielzeit an diesem Tag. Sie dürfen sich am Abend auf das aktualisierte Bühnenprogramm von Hagen Rether freuen – auf „Liebe 5“. Während die Kindershow am Nachmittag eine gute Stunde dauern wird, muss das Publikum bei Rether Ausdauer mitbringen, wie Veranstalterin Baus schon einmal ankündigte. „Aber man wird bei ihm nicht müde, auch wenn man schon völlig erschöpft ist“, sagte sie mit Blick auf seine oft über drei Stunden dauernde Auftritte.

Wichtig sei gerade in heutigen Zeiten, dass politische Kabarettisten die Finger in die Wunde legen. Da passt es auch, dass neben Rainald Grebe und dem bayerischen Oldie Gerhard Polt, der zusammen mit den Well-Brüdern sein Programm „Gehobene Unterhaltung mit humanitärem Beigeschmack“ in Bonn auf die Bühne bringt, auch Martin Sonneborn in der Oper zu Gast ist. Der ehemalige Chefredakteur der „Titanic“, der derzeit für seine Partei „Die Partei“ als Abgeordneter im Europarlament sitzt, präsentiert sein Programm „Krawall und Satire“. „Man weiß nie, was er macht, aber es ist immer spannend“, freut sich Baus auf „Deutschlands Chefsatiriker“ (Süddeutsche Zeitung), der auch fürs Fernsehen schon oft seine Politikerkollegen zur Weißglut brachte.

Neben Kabarett und Comedy erwartet die Besucher auch wieder einige musikalische Höhepunkte. So treten die Sänger Max Mutzke und Thomas Quasthoff mit weiteren renommierten Musikern auf und bieten solistisch und im Duett Jazz, Soul und Groove. Das Kammermusik-Quartett Salut Salon präsentiert „Ein Karneval der Tiere und andere Phantasien“, während Liedermacherin Pe Werner und Pianist Frank Chastenier gemeinsam auftreten. Die finnische A-cappella-Gruppe Rajaton zeigt, warum sie sich als „grenzenlos“ bezeichnet.

Ein Höhepunkt von „Quatsch keine Oper“ dürfte der Doppel-Auftritt der Wise Guys sein, die auf ihrer Abschiedstour auch auf der Opernbühne vorbeischauen und „Das Beste aus 25 Jahren“ zeigen. Zu Weihnachten wird Sänger und Big-Band-Entertainer Tom Gaebel mit seinem Orchester das Opernpublikum in Festtagsstimmung bringen.

Einen kleinen Vorgeschmack bot Gaebel gestern mit einer Version von „Fly Me to the Moon“. Er freut sich auf seinen Auftritt „in besonderem Flair in einem großen Theater“. Auch vorzumerken sind sicher die Auftritte der beiden bekannten Schauspieler Matthias Brandt (zusammen mit Jens Thomas) und Ulrike Folkerts (mit Clemens von Ramin und Stefan Weinzierl).

Weitere Infos im Internet unter quatschkeineoper.de