Gerd Dudenhöffer zu Gast im Pantheon

BONN · Ein langer weißer Balken und ein roter obenauf: Wer dieses Zeichen sieht, weiß, dass er damit in eine Sackgasse geraten ist oder zumindest unmittelbar davor steht.

Nun würde man meinen, einer wie Heinz Becker - das Alter Ego des Kabarettisten und Autors Gerd Dudenhöffer - habe das inzwischen zur Perfektion getrieben: der Inbegriff des deutschen Spießbürgers mit provinziellem Dialekt, begrenzter Weltsicht und der Kapp auf dem Kopp.

Könnte man meinen und es dabei belassen. Doch genau das haben die Zuschauer bei Dudenhöffers Gastspiel im Pantheon nun nicht getan. Haben sich von ihm in seine Sackgassen führen lassen und hatten das ganz gewiss nicht zu bereuen. Auch wenn in diesem Fall der rote Faden, das Leitthema des Abends, fehlt und der Mann schlichtweg über alles schwätzt, was ihn am Tag so umtreibt. Becker vom Besten sozusagen.

Und ausgestattet mit einer gewissen stoischen Grundhaltung. Wirklich aufregen mag er sich selten. Stattdessen kommt er vom Hölzchen aufs Stöckchen und sinniert, scheinbar harmlos, über Kaninchenzüchter und Kassenärzte.

Ein bisschen Vergangenheitsbewältigung gefällig? Vielleicht auch noch etwas Politik? Aber der Becker Heinz weiß sehr wohl, wo seine Grenzen sind, und das spricht in diesem Fall nicht einmal gegen ihn. Für ihn spricht, und das ist unzweifelhaft, ein recht gesunder Sinn für Pragmatismus. Frei nach dem Motto: "Besser mojns zwei Schnaps, wie omnds kenner. Ma muß a mo Prioritäten de Vortritt losse."

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