Gitarre und Saxofon im virtuosen Dialog

Ferenc Snètberger & Tony Lakatos geben ein denkwürdiges Konzert in der ausverkauften Endenicher Harmonie. Beide Musiker überzeugten durch ihr traumwandlerisch sicheres Zusammenspiel.

Bonn.Zwei Legenden des ungarischen Jazz trafen bei ihrem Auftritt in der ausverkauften Endenicher Harmonie aufeinander und gaben im Rahmen des Beethovenfestes ein außergewöhnliches Konzert.

Die beiden Solisten, Gitarrist Ferenc Snètberger und Saxofonist Tony Lakatos (letzterer trat übrigens schon einmal vor 14 Jahren in der Harmonie auf) sind als Duo in Europa noch nicht etabliert, bemerkte Lakatos am Rande, nur in Japan seien sie infolge mehrerer Tourneen bekannt.

Insofern sei dies "Europa-Premiere" der beiden und das Live-Album aus Japan, da in Deutschland nicht im Handel, eine Rarität. Die beiden Ausnahmemusiker wurden ihrem Ruf mehr als gerecht. Ferenc Snètberger glänzte durch sein exquisites Gitarrenspiel, Tony Lakatos profilierte sich sowohl an Tenor- und Sopransaxofon durch höchst ausdrucksvolles und inspiriertes Spiel.

Beide Musiker überzeugten durch ihr traumwandlerisch sicheres Zusammenspiel, das durch beseelte Improvisationen und virtuose Soli von einem Höhepunkt zum anderen führte. Unverkennbar Snètbergers Verbundenheit zur Roma-Tradition seiner Heimat, die er durch Flamenco, brasilianische, klassische und jazzige Elemente zu einer brisanten Mischung zusammenfügt.

Lakatos bestach durch seinen leuchtenden Ton, den er mühelos in jeglichen Farbschattierungen zu gestalten und damit jedem Titel seine ganz persönliche Note zu verleihen weiß. Im Repertoire hatte das Duo anspruchsvolle Eigenkompositionen wie Snètbergers "Seresta" und Jazz-Standards wie "Whisper Not" oder "Take The Train/Girl From Ipanema", mit denen das Duo das Publikum zu begeistertem Applaus hinriss. Ein denkwürdiges Konzert.

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