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Haus der Springmaus: Theater in Bonn - Saison-Start mit weniger Plätzen

Theater in Bonn : Haus der Springmaus startet mit weniger Plätzen in die Saison

Luftaustausch innerhalb von 20 Minuten: Das Haus der Springmaus startet coronabedingt mit halbierter Sitzplatz-Kapazität in die neue Saison: „Wir wollen einfach wieder spielen und unser Haus mit Lachen füllen“, sagt der Theaterchef Andreas Etienne.

Es ist eine Tat aus Leidenschaft: Pünktlich zum 1. September nimmt das Haus der Springmaus wieder seinen regulären Spielbetrieb auf und bietet dem Publikum ein volles, buntes und starkes Programm voller Musik und Unterhaltung – auch wenn die Wirtschaftlichkeit angesichts der Corona-Beschränkungen massiv eingeschränkt ist. 133 statt sonst 280 Plätze stehen in dem Saal in Endenich neuerdings zur Verfügung, eine Reduzierung um mehr als 50 Prozent.

Das schmerzt. „Eigentlich machen wir erst ab 170 verkauften Karten Gewinn“, rechnet Theaterchef Andreas Etienne vor, der sich dennoch sehr auf die Wiedereröffnung freut. „Wir wollen einfach wieder spielen und unser Haus mit Lachen füllen“, sagt er. „Das sind wir unserem treuen Publikum schuldig, das uns in den vergangenen Monaten enorm unterstützt hat. Natürlich wird das gerade am Anfang schwer, da werden wir von der Substanz leben müssen, bis wir irgendwann hoffentlich wieder mehr Leute in den Saal lassen können. Das macht mir schon ein wenig Bauchschmerzen. Aber jetzt geht es zunächst einmal darum, Vertrauen zu gewinnen.“

Die Voraussetzungen für die Öffnung sind gut

Dabei sind die Voraussetzungen eigentlich gut. Dank der neuen Lüftungsanlage, die die Springmäuse erst im vergangenen Jahr einbauen ließen, kann die Luft im Saal in 20 Minuten komplett ausgetauscht werden; gleichzeitig erlaubt die reduzierte Bestuhlung eine großzügigen Abstand zu den anderen Gästen. „Wir haben uns überlegt, unter welchen Voraussetzungen wir als Gäste in einem fremden Saal uns wohlfühlen würden und haben darauf unser Konzept aufgebaut“, erklärt die künstlerische Leiterin Andrea Heister. „Wir hoffen, dass das Publikum dieses annimmt und wir die Veranstaltungen vor vollem Haus präsentieren können. Nur wenn wir es schaffen, die Angst und die Unsicherheit aus den Köpfen der Menschen zu verdrängen, haben wir mittelfristig eine Chance.“

Das Programm ist auf jeden Fall vielversprechend. Den Auftakt gestaltet niemand geringerer als der Wissenschaftskabarettist Vince Ebert, der nach einem Sabbatjahr in den USA mit drei Vorpremieren (1. bis 3. September) von „Make Science Great Again“ in die Springmaus kommt.

Infotainment nennt sich diese satirische Abrechnung mit Irrationalität, Denkfehlern und Halbwissen, der sich auch andere Künstler verschrieben haben. Stefan Verra etwa (28.9.), der in die Geheimnisse der Körpersprache eindringt, oder auch Michael Müller und Susanne Pätzold, die anlässlich des Wissenschaftsjahrs Bioökonomie einen Crashkurs in Nachhaltigkeit anbieten (Premiere: 29.9.). „Wer im Treibhaus sitzt“ ist dabei kostenlos, eine Reservierung ist jedoch notwendig.

An der bewährten Mischung aus Comedy, Wort- und Musikkabarett hat sich auch durch Corona nichts verändert. Wildes Holz (6.10.) oder Ass-Dur (19.11.) sind ebenso wieder mit von der Partie wie die A-cappella-Formation Ringmasters (3.12. in der Lutherkirche) – Bodo Wartke (30.10.) und Götz Alsmann (19.12.) sollen derweil in der Stadthalle Trois­dorf spielen. „Wir müssen da mal sehen, wie sich die Situation entwickelt“, gesteht Heister. „Wir haben den Vorverkauf erst einmal gestoppt, weil nach aktuellen Vorgaben nur 300 Personen in die Halle dürfen, aber bis zu den Konzerten kann sich noch viel ändern.“

Alle Termine finden sich auf www.springmaus-theater.de.