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Abschluss des Schumannfests: Im Zeichen des Liedes

Abschluss des Schumannfests : Im Zeichen des Liedes

Wie schon der erste, so stand auch der finale Abend des 20. Bonner Schumannfests im Zeichen des Liedes - diesmal ausschließlich dem Schaffen Robert Schumanns gewidmet.

Pauliina Tukiainen, am Flügel umsichtig begleitende Mitgestalterin, in Sachen "Lied" künstlerische Beraterin des Festivals, hatte mit der Sopranistin Annika Gerhards und dem Bariton Tobias Berndt für diesen Abend weise gleich zwei recht viel versprechend junge Stimmen auserkoren.

Den Mittelpunkt des Programms im dank der "Opernfreunde" übervollen Endenicher Ballsaal bildete der aus seinem Liederjahr 1840 stammende, nicht unproblematische Zyklus "Myrthen".

Im Gegensatz zu seinem populäreren "Liederkreis" op. 24 oder zu "Dichterliebe" op. 48, die beide unter Berücksichtigung der doppelbödigen Vorlagen kongeniale Heinrich-Heine-Vertonungen darstellen, bediente sich Schumann bei seinem op. 25 diverser Autoren literarisch recht unterschiedlicher Qualität.

Selbst Goethe hatte hier nicht seine besten Tage. Selbstironisch wird's dafür am Ende des Zyklus, wenn Schumann mit Friedrich Rückerts "Zum Schluss" diesen "unvollkommenen Kranz" seiner "Schwester, Braut" Clara Wieck dediziert.

Mit dem dem Zeitgeist geschuldeten Phänomen der romantischen Ironie konnten die Ausführenden hier also nicht punkten, es sei denn in der biedermeierlichen Zugabe als ganz persönlicher Dank an den Festivalmacher Markus Schuck: "Sommerruh, wie schön bist du", tiefgründig gereimt von Christian Schad, von Schumann für zwei Singstimmen ausgesetzt und augenzwinkernd duettierend dargeboten.

Dem mangelnden dramaturgischen roten Faden des Zyklus begegnete man also mit stimmfachlichem Wechsel, wobei sich Annika Gerhards durch leicht soubrettenhaftes, Tobias Berndt durch heldenbaritonal gestähltes Timbre eher der Oper als des Liedgesangs empfahlen. Zuvorderst gab's eine kleine Auswahl an teils im Duett vorgetragenen Liedvertonungen vergleichbaren Befundes.

Johannisbeeriges "Schumann-Eis" in der Pause und ein fantasievolles Buffet ließen dieses Schumannfest nach Konzertende geschmackvoll ausklingen.