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Neues Programm im Beethoven-Haus: Impulse aus dem Jubiläumsjahr

Neues Programm im Beethoven-Haus : Impulse aus dem Jubiläumsjahr

Das Beethoven-Haus stellt ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm für die Saison 2021/22 auf die Beine. In der kommenden Woche startet am Donnerstag die Liedermacherreihe mit einem Konzert von Max Raabe.

Auf der neuen Programmbroschüre des Beethoven-Hauses erinnern noch die ikonischen Buchstaben BTHVN an das Jubiläumsjahr. Die Ziffernfolge 2020 hingegen fehlt. Ein klares Zeichen dafür, dass die Feiern zu Beethovens 250. Geburtstag trotz coronabedingter Verlängerung nun Vergangenheit sind. „Nach solch einem Jubiläumsjahr, in dem alles ausprobiert werden konnte, ist es schwierig, wieder in einen normalen Modus zu kommen und trotzdem nicht zu erstarren“, sagte Beethoven-Haus-Direktor Malte Boecker bei der Vorstellung des neuen Saisonprogramms seines Hauses. Deshalb habe man Impulse aus dem Jubiläumsjahr aufgegriffen, das die  Veranstalter nicht zuletzt auch wegen der Coronakrise in die „Innovation gezwungen“ habe.

Als neue Schwerpunkte und Farbtupfer im Gesamtprogramm nannte Boecker die Einführung Musik und Film verbindender Leinwandkonzerte, die in Kooperation mit dem Förderverein Filmkultur e.V. angeboten werden, und die Einladung eines Artist in Residence, den man beginnend mit dieser Saison künftig regelmäßig präsentieren wolle. Den Reigen eröffnet der vielseitige Pianist und Philosoph Amadeus Wiesensee, der mehrmals in verschiedenen Konstellationen und Programmen im Kammermusiksaal zu erleben ist.

Klavierrecitals, Kammerkonzerte, Liederabende

Auch Liedermacher sollen im Beethoven-Haus eine Bühne finden und werden mit einigen Konzerten neben der bereits seit vielen Jahren etablierten Jazzreihe „Aspekte“ die Nicht-Klassik-Linie erweitern. Bereits an diesem Freitagabend wird das Pablo Held Trio mit dem Gitarristen Nelson Veras die neue Beethoven-Haus-Saison offiziell eröffnen. In der kommenden Woche startet dann am Donnerstag die Liedermacherreihe mit einem Konzert von Max Raabe, der mit seinem Pianisten Christoph Israel nach Bonn kommt. Im Januar folgt die Kölnerin Tina Teubner, die laut Boecker Lieder präsentieren wird, „die sie durch die Pandemie getragen haben“.

Natürlich wird es weiterhin das vertraute Angebot geben – mit  Klavierrecitals, Kammerkonzerten, Liederabenden und mit der „Young Stars“-Reihe. Das Gesamtprogramm hat zum letzten Mal die langjährige Leiterin des Kammermusiksaales,  Martella Gutiérrez-Denhoff, zusammengestellt, die in diesem September in den Ruhestand gewechselt ist. Seit der Eröffnung  des Kammermusiksaals 1989 prägte sie gemeinsam mit Ursula Timmer-Fontani das künstlerische Profil des Angebots.

Fester Bestandteil im Konzertjahr ist auch die Beethoven-Woche

Freuen darf man sich unter anderem auf einen „All star“-Kammermusikabend im November mit Sebastian Manz (Klarinette), Dag Jensen (Fagott), Felix Klieser (Horn), Franziska Hölscher (Violine), Wen-Xiao Zheng (Viola), Tanja Tetzlaff (Violoncello) und Dominik Wagner (Kontrabass). Musikalischen Genuss verspricht auch der Liederabend mit Anna Lucia Richter, ebenfalls im November, die nach ihrem Fachwechsel in Bonn erstmals als Mezzosopranistin auftritt. Der Pianist Sebastian Knauer verknüpft im Dezember in seinem Klavierrecital Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Michael Nyman, seine Kollegin Elena Bashkirova hingegen stellt im Mai Musik von Mozart und von Antonin Dvorak gegenüber.

Fester Bestandteil im Konzertjahr ist auch die Beethoven-Woche, die von dem Geiger und Präsidenten des Vereins Beethoven-Haus, Daniel Hope, verantwortet wird. Ein Höhepunkt des Kammermusik-Festivals im Juni wird die Uraufführung eines Auftragswerks von Jake Heggie sein, einem der erfolgreichsten zeitgenössischen Opernkomponisten der USA. Heggie wird sich darüber hinaus im Gespräch mit Bernhard Helmich, Generalintendant des Theater Bonn, und Hope zu seinem neuen Werk äußern.

Als roter Faden zieht sich die Veranstaltungsreihe „Das Bridgetower Projekt“ durch die Saison, das den schwarzen Geiger George Bridgetower in den Fokus rückt, für den Beethoven seine Kreutz-Sonate komponiert hatte. Die Reihe nimmt die Diskussion um das zum Beethoven-Haus-Komplex gehörende Nachbarhaus „Im Mohren“ zum Anlass, sich mit Rassismus und Kolonialismus in der klassischen Musik auseinanderzusetzen.  Unter anderem wird es im Dezember einen Gesprächsabend mit der Sängerin Grace Bumbry geben, die in den 1960er Jahren in Bayreuth als „Schwarze Venus“ Berühmtheit erlangte.