Breniger Wasserturm Jazz auf der Aussichtsplattform

BORNHEIM-BRENIG · Lokale Kultur im historischen Ambiente: Am Freitagabend trat das Walberberger Jazz Orchester "WaJazzO" im Wasserturm Brenig auf.

 Ganz nah dran sind die Zuschauer beim Konzert des Walberberger Jazz Orchesters "WaJazzO".

Ganz nah dran sind die Zuschauer beim Konzert des Walberberger Jazz Orchesters "WaJazzO".

Foto: Axel Vogel

Den 40 Zuhörern präsentierten Uwe Dettmar, Siegfried Waskow, Slavo Fukacz und Uli Gilles Jazzstandards wie Swing, Latin und Rockjazz. Dazu gehörten Jazz-Klassiker wie "Old for the new" von Vince Jonas, "Cantaloupe Island" von Herbie Hancock oder Dave Brubecks "Take Five". Aber auch von Keyboarder Uwe Dettmar selbst geschriebene Stücke hatten die Hobbymusiker im Repertoire.

"Wir haben noch nie in so einer coolen Location gespielt wie in dieser", lobte Dettmar. Der Wasserturm in Brenig wurde 1909 erbaut und ist seit 1957 außer Betrieb. Seit einem guten Jahr betreiben Kurt Schiwy und Silvio Jander dort unter dem Label "Radtour" den Verleih und Verkauf von E-Bikes sowie ein Bio-Bistro und organisieren in der Aussichtsplattform kulturelle Ereignisse. Die verschiedenen Angebote ergänzen sich gut, findet Schiwy: "Jazz aus der Region ist wie Slow Food für die Ohren."

Das Jazz-Quartett gründeten Waskow und Dettmar vor 14 Jahren in Walberberg, nach einem halben Jahr stießen Drummer Uli Gilles und Bassist Slavo Fukacz dazu. Den Namen "WaJazzO" wählten die Musiker in Anlehnung an das Bundesjazzorchester, das "BuJazzO" abgekürzt wird und als Spitzenförderung des Jazznachwuchses gilt.

"Im Grunde genommen ist es eine Juristenabkürzung", erklärte Siegfried Waskow den Hintergrund der Namensgebung und verwies auf die Abkürzungen KostO für Kostenordnung und BGB für Bürgerliches Gesetzbuch.

Die Zuschauer genossen den Abend bei einem Glas Wein sichtlich. "Das war tolle Musik. Ich fand sie so easy going, ohne kitschig zu sein", fand Zuhörer Hans-Georg Edelmann (57) aus Bonn. Ursula Dopstadt (59) aus Rösberg meinte: "Die Akustik im Turm ist optimal. Schön, wenn man die Kultur hier im Vorgebirge mal vor der Tür hat."