Kabarett-Trio "MännerKulturen" im Pantheon

Neues Programm bringt frischen Wind für die Kabarettszene - Trio überzeugt durch originelle Kombination aus Sprach- und Bewegungswitz

Bonn. Ab und zu tauchen Menschen auf, die frischen Wind in die Kabarettszene bringen. Peter Frohleiks, Theo Vagedes und Tobias Willmann gehören mit Sicherheit dazu.

Das sympathische Trio nennt sich "MännerKulturen" und gastierte mit seinem mittlerweile dritten Programm "Ich Ich Ich" im Pantheon. Ihre erfolgreiche Masche: Die originelle Kombination aus Sprach- und Bewegungswitz.

Kabarett trifft Theater, Comedy trifft Varieté. Freche Kommentare zu Guantanamo und der Siegburger Justizvollzugsanstalt wurden als Reminiszenz an die kultige Kinder-Ratesendung "1, 2 oder 3" im ZDF serviert.

Natürlich inklusive Michael Schanzes Titellied, dem aus Daumen und Backentasche erzeugten "Plopp" und den Punktebällen. Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht.

Mit Spielfreude und launigen Choreographien unternahmen die MännerKulturen Reisen in die Geschlechter-Grabenkämpfe, in die männliche Seele und in die 80er Jahre, als die Welt noch sortiert war. Capri-Sonne, Ed von Schleck, in der einzigen Disco des Ortes lief "Dreams" aus dem Film "La Boum" und das Telefon mit Wählscheibe stand noch im Flur, so dass alle mithören konnten.

Krisen der Väter ("Es ist nicht leicht, wenn die Söhne irgendwann mehr Liegestütze können als sie") wurden ebenso gewürdigt wie die Eigenarten der Nationen. Beispiel Russland: Dort gebe es die Freiheit der Meinungsäußerung, aber nicht die Freiheit nach der Meinungsäußerung.

Und dass die Herren eine Menge von Körperbeherrschung verstehen, bewiesen sie eindrucksvoll mit ihrem ironischen Heldengang in "Zeitlupe" zu den Klängen von Vangelis' "Conquest of Paradise".

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