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Theater Bonn: Katrin Bauerfeind - In Schönheit scheitern

Theater Bonn : Katrin Bauerfeind - In Schönheit scheitern

Ein Backbuch schreiben, obwohl man nicht backen kann? Einen Beziehungsratgeber, obwohl man Single ist? Ein Erziehungshandbuch, obwohl man keine Kinder hat? Schnell wurde Katrin Bauerfeind klar, worüber sie schreiben sollte: das Scheitern.

"Das ist der rote Faden in meinem Leben", sagt die Schriftstellerin. Einige Passagen aus ihrem Geschichtenband "Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag. Geschichten vom schönen Scheitern" liest die Moderatorin ihrer eigenen Fernsehsendung "Bauerfeind" in der Werkstatt des Theaters Bonn. Ihre kurzen, pointierten Anekdoten und Geschichten über ihre Familie und das Aufwachsen in der Provinz stecken voller Witz und Selbstironie.

Während jede Geschichte ein gewisses Versagen in sich trägt, zeigt die studierte Journalistin mit einem Schmunzeln auf den Lippen, wie charmant Scheitern aussehen kann. "Die Traumfigur ist für mich mittlerweile so erstrebenswert wie ein Sommerurlaub in Nordkorea", sagt Bauerfeind.

Sobald man die erreicht habe, habe man schon das Nächste gefunden, das optimiert werden müsse. So zum Beispiel die Haare. "Ich habe Problemhaar", gesteht sie. Im Internet findet sie heraus, dass Silikone im Shampoo das Haar schädigten und man deshalb nur Wasser zum waschen benutzen solle.

"No-Poo-Methode heißt das." Nach vier Tagen habe sie dann "No-Poo"-Lösungen für fettige Zottelmähne finden müssen. Weitere gute Tipps aus dem Internet ließen sie mit Mehl, Olivenöl und Backpulver im Haar zurück. Bauerfeind: "Am besten nehmen Sie Silikonshampoo."

Zum Schluss gibt sie zu bedenken, was das Scheitern schon für Berühmtheiten hervorgebracht habe. Goodyear habe nur versehentlich Kautschuk und Schwefel auf die Herdplatte tropfen lassen, Edison unzählige Drähte ausprobiert bevor die Glühbirne entstanden sei, und der Erfinder des Post-It, Spencer Silver, habe eigentlich einen Superkleber erfinden wollen.