Konzert Kitty Hoff und Forêt-Noire zu Gast in der Harmonie

Bonn · Frau Hoff trägt die blonden Haare inzwischen erfreulicherweise lang, hat sie sich für das Konzert allerdings hochgesteckt. Ihre silberne Hirschkopf-Brosche befindet sich auf einer raffinierten schwarzen Bluse im Stil der 1920-er Jahre, das bunte Blumenbouquet auf ihrem knielangen Rock scheint dem Stillleben eines flämischen Meisters entnommen, und hohe, schwarze Wildlederstiefel komplettieren die elegante Garderobe.

 Mit Säge und Bogen: Kitty Hoff in der Harmonie.

Mit Säge und Bogen: Kitty Hoff in der Harmonie.

Foto: SCA

Frau Hoff platziert ein Papierschiffchen auf dem Bühnenboden; ein entzückender Verweis auf die "Argonautenfahrt", Titel des aktuellen Albums und der Tournee. Unterstützt von ihrer treu ergebenen und versierten Kapelle Forêt-Noire zelebriert Kitty Hoff deliziösen Chanson Jazz mit deutschen Texten, filigraner Ironie und bisweilen einer solitär hochgezogenen Augenbraue.

Ein überaus angenehmer Cocktail. Von der neuen CD stammen etwa das herrlich ausgeglichen daher flanierende "Was auch geschieht", das lasziv-verträumte "Wart' auf mich" und der verschrobene "Bär am Kamin". Vom großartigen Longplayer "Blick ins Tal" (2007) kommen das existenzielle "Die Frage ist" und der köstlich entrückte "Psychenswing", in dem Frau Hoff auch eine Säge singen lässt.

"Jazzwhisper" ist eine süffisante Satire auf die Flut von seichten Jazzpopmädchen mit dünnen Stimmchen, während "Hasche-Mann" (aus "Curiose Geschichten", ein ebenfalls in diesem Jahr veröffentlichtes Album) flotten "Catch me if you can"-Groove verströmt. "Tja, die griechische Mythologie ist kein Zuckerschlecken", sinniert Kitty Hoff und hebt das Papierschiffchen wieder auf. Zwei Zugaben und als Abschluss "Rauschen", die Debütsingle. Ein fürwahr berauschender Abend.

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