Medienbericht kritisiert Beethovenhalle "Klein, muffig, verbaut"

Bonn · Ein Medienbericht nennt die Bonner Beethovenhalle "die falsche Hülle für das Beethovenfest". Dabei gibt es viele Liebeserklärungen, die sich an den Bau richten.

 Beethovenhalle.

Beethovenhalle.

Foto: Foto : Michael Sondermann

Ein Wort zur Beethovenhalle: Diese Halle ist die falsche Hülle für das Beethovenfest. Im September 1959 fertiggestellt, wurde sie rasch zu einem Wahrzeichen der „Bonner Republik“. Da sie aber ein Mehrzweckbau war, also ebenso als Konzertsaal dienen sollte wie als Quartier für Kongresse oder Karnevalsveranstaltungen, wurden Zugeständnisse bei der Akustik gemacht. Kurt Masur empfand sie als „zu trocken“.

Die Bonner DAX-Unternehmen – Post, Telekom, Postbank – plädierten 2009 richtigerweise für einen Abriss. Sie boten den Bau einer neuen Halle an, die vor allem dem Beethovenfest, das für die Stadt immer wichtiger wird, gerecht werden sollte. Den Neubau wird es nicht geben. Dafür aber eine Sanierung der alten Hütte, die, so viel steht längst fest, viel teurer werden wird als jeder Neubau, und selbst nach einer Geldvernichtung von wohl so um die 100 Millionen Euro nicht die akustischen Anforderungen erfüllen wird. Armer Beethoven!

An dieser Stelle sollte ich kurz innehalten. Die Zeilen ab „Diese Halle ist die falsche Hülle für das Beethovenfest“ stammen nicht aus meiner Feder. Die „Welt“-Kollegin Hildegard Stausberg hat sie in ihrer Kolumne „Die strenge Stausberg“ aufgeschrieben. Schlagzeile des am Montag erschienenen Textes: „Beethovenhalle bitte abreißen!“ Das Angebot des Beethovenfests, findet die Autorin, „ist so spannend wie seit Langem nicht mehr“. Sie spricht sogar von einem musikalischen Feuerwerk. Begeistert erwähnt sie die Uraufführung von „Zimmergramm“ durch das Bundesjugendorchester und den Jugendchor des Landes Nordrhein-Westfalen unter der Leitung von Alondra de la Parra, einer charismatischen jungen mexikanischen Dirigentin: „Wunderbar!“

Die „runtergekommene“ Beethovenhalle rezensiert Stausberg streng: „klein, muffig, mit verbautem Eingangsbereich (,Hauptfoyer') und einem Netz unübersichtlicher Nebenzimmer und Minisäle“. Man kann das vollkommen anders empfinden. Viele Menschen haben regelrecht Liebeserklärungen an die Mehrzweckimmobilie abgesetzt. Das zeigt: Die Bonner Beethovenhalle lässt niemanden gleichgültig.

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