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Köln: Cologne Jazzweek bietet 35 Konzerte

Premiere in Köln : Cologne Jazzweek bietet 35 Konzerte

Von Mainstream bis Avantgarde: Die erste Cologne Jazzweek findet vom 28. August bis zum 4. September statt. In verschiedenen Spielstätten und Clubs werden 35 Konzerte gespielt.

Köln gilt schon lange als eine der großen Jazz-Metropolen Europas, die seit mehr als 60 Jahren vor allem progressive, umtriebige Musiker anzieht. Jetzt kann die Szene zeigen, was in ihr steckt: Vom 28. August bis zum 4. September findet erstmals die Cologne Jazzweek mit insgesamt 35 Konzerten statt, die in verschiedenen Spielstätten und Clubs präsentiert werden und das gesamte Spektrum von Mainstream bis Avantgarde abdecken. Es ist ein Festival von Jazzern für Jazzer – und mit einem Einzugsgebiet, das weit über die Domstadt hinausgeht.

Ausgerichtet wird die Jazzweek von einer Gesellschaft der Kölner Jazzkonferenz, die wiederum seit sechs Jahren als politische Interessenvertretung der aktiven Jazz-Szene agiert. Das spiegelt sich im Festival wieder, das den Rahmen allerdings zugleich viel weiter spannt.

„Unser Ziel ist es vielmehr, die vielfältigen Strömungen und Einflüsse in Köln auch beim Festival abzubilden“, betont der Posaunist Janning Trumann, der zusammen mit der Sängerin Rebekka Ziegler, dem Folkwang-Professor für Bratsche Gareth Lubbe, dem Leiter der Kölner Jazzhaus Akademie Thomas Gläßer und der WDR-Bigband-Managerin Friederike Darius im Kuratorium der Jazzweek sitzt. „Deshalb werden wir zu jeweils einem Drittel internationale, nationale und lokale Musiker auf der Bühne haben.“

Die finale Zusammenstellung kann sich dabei durchaus sehen lassen. Der US-amerikanische Jazz-Trompeter Peter Evans, der vor allem für seine Experimentierfreudigkeit bekannt ist, gestaltet zusammen mit der ebenso neugierigen Kölner Saxofonistin Angelika Niescier den Eröffnungsabend, Petter Eldh, Kit Downes und James Maddren stellen das Debütalbum ihres neuen Trios Enemy vor, und Jazz-Pianist Pablo Held trifft in einem Gedenk-Konzert für den Klavierprofessor John Taylor auf dessen erste Ehefrau, die britische „Grande Dame“ des europäischen Jazz-Gesangs Norma Winstone.

Der Kölner Saxofonist Paul Heller, der unter anderem bei der WDR Bigband spielt, trifft mal auf den Weltmusik-Tausendsassa Jasper van‘t Hof, mal auf den 91-jährigen Trompeten-Altmeister Ack van Rooyen, der umtriebige Pianist Martin Sasse zaubert zusammen mit der Stimme des Soul-Jazz, Jeff Cascaro, bei der Federation of the Groove, aber auch im Peter-Weniger-Quartett, und der Improvisationskünstler Hayden Chisholm lädt kurzerhand das serbokroatische Gesangskollektiv Pjev zu einem Kirchenkonzert ein, nachdem er zuvor zweimal mit Nils Wograms Formation „Root 70“ aufgetreten sein wird.

Und immer wieder werden Klänge und Instrumente bis an ihre Grenzen ausgereizt, sei es bei Heidi Bayers Formation Korsh oder Christian Lillingers „Open Form For Society“. Demgegenüber stehen Künstler wie Jazz-Schlager-Experte Götz Alsmann oder die aufregende Stephanie Lottermoser, die mit sorgfältigen Kompositionen voller Tiefe zu überzeugen weiß.

Ebenso vielfältig wie die Musiker sind die Spielstätten der Jazzweek. Natürlich ist der Stadtgarten als Europäisches Zentrum für Jazz und aktuelle Musik ein zentraler Ort, ebenso wie das Loft sowie der Konzertsaal der Hochschule für Musik und Tanz. Doch auch das Alte Pfandhaus, der ehemalige Tabledance-Club King Georg oder das Bumann & Sohn in Köln-Ehrenfeld öffnen sich dem Jazz in all seinen Farben und Facetten. Sofern Corona nicht dazwischenfunkt, kann das Festival am 28. August starten und wird sich – so hoffen es zumindest die Musiker – schnell in Stadt und Region etablieren. Weitere Infos und das vollständige Programm unter www.jazzweek.de.