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Leben und Schreiben zwischen zwei Welten

Leben und Schreiben zwischen zwei Welten

Verfolgte Schriftsteller kommen im Bonner Haus der Geschichte ins Gespräch - Aufzeichnung für Radio NDR 3

Bonn. Die Namen haben sich geändert und die Zeiten auch. Staatliche Unterdrückung, Zensur, Schreibverbot und Verbannung, die Schriftsteller ins Exil zwingen, sind jedoch in anderen Ländern bis heute geblieben.

Ob Ovid in der Antike, Dante im Mittelalter oder Heine im 19. Jahrhundert: Dass das Thema Emigration nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat, sollte die Podiumsdiskussion des PEN-Zentrums "Verfolgte Schriftsteller und Literatur im Exil" innerhalb der 3. Bonner Buchmesse Migration im Haus der Geschichte zeigen. Eine Live-Aufzeichnung der NDR-Sendung "Literarisches Caféhaus".

Das Podium teilten sich Monireh Baradaran aus dem Iran, Elias Dunu (Nigeria), Shi Ming (China), Karin Clark vom deutschen PEN-Zentrum und Moderator Wend Kässens (NDR). Eine Besetzung, die vom jeweiligen persönlichen Schicksal der Autoren bestimmt wurde.

Wie das von Monireh Baradaran, 1978 unter der Diktatur des Schahs zum ersten Mal in Persien verhaftet. Während ihr Bruder hingerichtet wurde, musste Monireh Baradaran 1981, nach der Neugründung der "Islamischen Republik Iran", für neun Jahre ins Gefängnis. Mit ihrer Flucht nach Deutschland befreite sie sich nicht nur vom Verbot der freien Meinungsäußerung, sondern auch von Jahren der Folter.

Doch was nützt die interessanteste Besetzung, wenn sich die Teilnehmer nur nach Ansprache durch den Moderator äußern, sich streckenweise in Details verlieren und zudem erhebliche Unsicherheiten in der deutschen Sprache aufweisen. Hinter den Erwartungen der Zuhörer blieb sicherlich auch zurück, dass die konkreten Lebensbedingungen der Autorenrunde im deutschen Exil erst im letzten Drittel des Gesprächs zur Sprache kamen.

Das Hin- und Hergerissensein zwischen zwei Welten, die Unfähigkeit sich nach dem Verlassen der ursprünglichen Heimat noch in seiner Muttersprache ausdrücken zu können oder Erfahrungen mit Ausländerfeindlichkeit hätten mehr Raum verdient.

Die Aufzeichnung wird am 25. November, 20.15 Uhr auf Radio NDR 3 gesendet.