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GA-Weihnachtslicht: Liebe zur Lyrik

GA-Weihnachtslicht : Liebe zur Lyrik

Der Tenor Mirko Roschkowski singt zugunsten des GA-Weihnachtslichts.

Die Anspannung ist in diesen Tagen groß für Mirko Roschkowski. Heute Abend ist in Leipzig Premiere von Charles Gounods Oper "Faust". Die Proben liefen zuletzt auf Hochtouren. Alles muss sitzen, jeder Ton, jede Geste, jeder Schritt. Denn Roschkowski verkörpert die Titelrolle. Dieser überaus prestigeträchtige Auftritt ist aber gar nicht der eigentliche Anlass für das Gespräch mit dem gefragten Tenor. Parallel zu diesem Auftritt hat Roschkowski in den vergangenen Wochen jede freie Minute genutzt, sich auf einen Liederabend vorzubereiten, den er genau eine Woche nach der Faust-Premiere am kommenden Samstag, 18. Oktober, 20 Uhr, zugunsten der Aktion Weihnachtslicht des General-Anzeigers gemeinsam mit seinem Klavierpartner Thorsten Fabrizi im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses geben will.

Abgesehen von dem guten Zweck, ist es für Roschkowski auch von außerordentlicher Bedeutung, dass er bei der Vorbereitung sein eigener Herr ist, verantwortlich für die Auswahl der Lieder und für die gesamte Dramaturgie des Abends. "Dieser Liederabend ist für mich eine echte Herzenssache. Er ist mein Baby", sagt er. "Auch wenn es Teil meines Berufes ist, würde ich Lieder zu singen als mein Hobby bezeichnen. Denn davon leben kann man ja eigentlich nicht."

Der Abend in Bonn heißt "Von ewiger Liebe", was auf ein Lied von Johannes Brahms zurückgeht (op. 43 Nr. 1), das an diesem Abend erklingen wird. Der Anfang des Programms jedoch gehört Beethoven. "Das war für uns schon früh klar: Wenn wir schon in der Geburtsstadt des Komponisten und dann noch im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses auftreten, sollte auch seine Musik erklingen."

Aus dem Brahms-Motto und dem ersten Beethoven-Lied des Abends, "Adelaide", sei dann das Programm des gesamten Abends erwachsen. "Ich habe immer mehr Texte gefunden, in denen der zeitliche Aspekt oder die Ewigkeit betont wurden. Das hat auch viel mit dem Tod zu tun." Es gehe um die Spuren, die man im Leben selbst und nach dem Leben hinterlasse. Das alles spiegelt sich an diesem Abend auch in den Liedern von Robert Schumann und Richard Strauss wider, die neben denjenigen von Beethoven und Brahms erklingen werden.

Wenn Roschkowski über die Lieder spricht, fällt auf, dass die Dichtung für ihn eine ebenso große Rolle spielt wie die Musik. Roschkowski ist nicht nur das, was man in der Fachterminologie einen lyrischen Tenor nennt, ein Stimmfach, das ihn auf Partien wie Mozarts Tamino aus der "Zauberflöte" abonniert. Er ist der Lyrik auch im ganz eigentlichen Sinne verfallen. Prägend war hier die Begegnung mit der Germanistik-Professorin Birgit Lermen, die der gebürtige Dortmunder im Rahmen seines Sonderpädagogik-Studiums an der Kölner Universität kennengelernt hatte.

Auf die Idee, seine Stimme zu schulen, hatte Mirko Roschkowski sein Musiklehrer, der Opernsänger und Kirchenmusiker Lothar Trawny, gebracht, der auch sein erster wichtiger Gesangslehrer war. Später verfeinerte er Ausdruck, Klang und Technik in Meisterkursen, unter anderem bei Edda Moser.

Sein erstes festes Engagement erhielt Mirko Roschkowski 2003 am Stadttheater Bremerhaven, drei Jahre später wechselte er an die Rheinoper Düsseldorf/Duisburg. In Bonn zählt der Sänger seit fünf Jahren zum Stammpersonal. Und auch mit der Kölner Oper, an der er ab dem 6. Dezember als Tamino zu hören sein wird, ist er eng verbunden. Sein nächster ganz großer Auftritt in Bonn wird die Premiere von Hector Berlioz' Oper "Benvenuto Cellini" sein, deren Premiere für die nächste Saison geplant ist. Seit er in Bonn in "Lakmé" und "Thaïs" gesungen hat, ist das französische Repertoire fast zu seiner zweiten Natur geworden. Den Faust zum Beispiel hatte er bislang nur in der deutschen Fassung gesungen. Der Auftritt heute Abend in Leipzig in der Originalsprache ist also auch fast ein Rollendebüt.

Benefizkonzert

Karten für das Benefizkonzert zu Gunsten des GA-Weihnachtslichts gibt es in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen.