"Folk im Feuerschlösschen" "Liederjan" und "Fraunhofer Saitenmusik" glänzten mit deutschem Liedgut

BAD HONNEF · Es wurde wieder etwas traditioneller bei "Folk im Feuerschlösschen" - oder besser gesagt bei "Folk im Weinhaus": Nachdem auf den ersten drei Konzerten des Winterhalbjahres frische, moderne Klänge angestimmt worden waren, unternahmen nun "Liederjan" und "Fraunhofer Saitenmusik" eine kleine Rundreise durch die Vielfalt der traditionsreichen deutschen Volksmusik.

 Freunde der Saitenmusik (von links): Michael Klein, Gerhard Zink und Richard Kurländer.

Freunde der Saitenmusik (von links): Michael Klein, Gerhard Zink und Richard Kurländer.

Foto: Frank Homann

Ausnahmsweise hatte der Veranstalterverein diesmal jedoch nicht in das altehrwürdige Schlösschen auf dem Sibi-Gelände, sondern stattdessen ins rustikale Weinhaus Steinbach eingeladen.

Trotz des nasskalten Novemberwetters hatten sich zahlreiche Honnefer Musikfreunde hinausgewagt, um bei einem edlen Tropfen diesen beiden Koryphäen des deutschen Liedguts zu lauschen. Die erste Konzerthälfte gestaltete die "Fraunhofer Saitenmusik", benannt nach dem gleichnamigen Münchener Wirtshaus.

Gleich zu Beginn hatte das Trio eine traurige Nachricht zu verkünden: Urgestein Heidi Zink war Ende Juni überraschend gestorben. Seiner langjährigen guten Freundin widmete Co-Gründer Richard Kurländer daher gleich zu Beginn das melancholische Harfenstück "Im Herbst" - es war das allererste Lied, das die beiden damals zusammen gespielt hatten.

Nach diesem emotionalen Einstieg legten die drei Herren dann mit ihrem eigentlichen Programm los. Kurländer übernahm dabei den Part seiner verstorbenen Bandkollegin und wechselte zwischen Harfe und Hackbrett; begleitet wurde er von Gerhard Zink am Kontrabass und Michael Klein an der Konzertgitarre. Mal ruhig und träumerisch, mal flink und verspielt präsentierte das Ensemble Volkstümliches aus Deutschland und bis weit über die Alpen hinweg. Die Stücke der drei sympathischen Bayern waren stets komplex und virtuos, aber nie überladen.

Im Anschluss erwartete die Besucher mit "Liederjan" ein etwas anderer Konzertauftritt: Jörg Ermisch, Michael Lempelius und Hanne Balzer alias "der Frauenversteher, der Spaßvogel und die Quotenfrau" verbanden fröhliche Musiktradition mit geistreicher Comedy. Sie sprühten geradezu vor Spielfreude und hatten Spaß an der Improvisation: Ob eine an die Kanzlerin adressierte "Pleitepolka", Anekdoten über die erfolglose Männerpirsch einer alternden Lehrerin in "Dagmar" oder die Geschichte von "Mack und Mufti", frei nach Wilhelm Busch - bei den Eigenkompositionen blieb kein Auge trocken.

Das Publikum zeigte sich von der Leistung der beiden Deutschfolkgruppen begeistert und würdigte deren Darbietungen mit lang anhaltendem Applaus und Zugaberufen. Da konnten weder die "Fraunhofer Jungs" noch die "Liederjaner" Nein sagen: Nach Veranstaltungsende spielten sie für waschechte Volksmusikliebhaber noch ein kleines, spontanes Arrangement - diesmal zu sechst.

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