MGV "Sängerbund" Oberbreisig Männergesangverein blickt auf 50 gemeinsame Jahre mit Werner Lohner

BAD BREISIG · Kein Lied war neu. Jedenfalls nicht für den Chor, wohl aber für manchen seiner Sänger. Und jedes Werk erzählte nicht nur eine Geschichte, es stand zugleich für ein Stück gemeinsam erlebte Geschichte. 50 gemeinsame Jahre in Liedern spiegelte das Programm beim Chor- und Solistenkonzert in der Oberbreisiger Sängerhalle wider.

 Fünf Mal hat der Chor den Titel "Meisterchor" ersungen.

Fünf Mal hat der Chor den Titel "Meisterchor" ersungen.

Foto: Gausmann

Denn auf 50 gemeinsame Jahre mit seinem Chorleiter Werner Lohner blickte der Männergesangverein (MGV) "Sängerbund" Oberbreisig bei dem traditionellen Konzertereignis zurück. Ein seltenes Jubiläum, das der 105 Jahre alte Verein feierte und bei dem das Publikum bekannten sowie fast vergessenen Werken lauschte.

Volkslieder wie Kurt Lissmanns " O du schöner Rosengarten" oder die launige Geschichte vom "Geißbock" gehörten zu den ersten, die Lohner vor einem halben Jahrhundert mit den Oberbreisigern einstudiert hatte. Deshalb standen sie auch am Anfang dieses Programms. Liebeslieder, mal getragen, mal zart, die von großen Gefühlen, aber auch vom Debakel einer missglückten Nacht zeugend, folgten.

Ebenso anspruchsvollere Kompositionen, mehrstimmig vorgetragen, temporeich und dynamisch. Kompositionen wie Rudolf Deschs "Morgenrot" oder Moritz Hauptmanns "Sommermorgen" ließen die einzelnen Chorstimmen zur Geltung kommen und hatten einst umfangreiche Probenarbeit erfordert. Mit diesem Liedgut hatte sich der Chor beim Leistungssingen vorgestellt, erklärte Chorsprecher Werner Friedgen. Fünf Mal hat der Chor mit seinem Dirigenten den Titel "Meisterchor" ersungen.

"Er hat uns gefordert und stets straff geführt, aber auch seinen Elan auf die Sänger übertragen, und auf der Bühne nie alleine gelassen", stellte Friedgen fest, und überreichte Lohner "in großem Dank und uneingeschränkter Anerkennung des Vereins" die Ernennung zum Ehrendirigenten. Aber Lohner hat nicht nur ein Händchen für den Chor, sondern auch für die Solisten. Zum Jubiläum hatte er sich mit dem Chor, zum zweiten Mal seit dem 100-jährigen Geburtstag des MGV im Jahr 2008, Daniel Lewis Williams von der Staatsoper München eingeladen.

Als Basso Profondo hat dieser eine der tiefsten männlichen Singstimmen und demonstrierte in Werken von Schumann, Mozart und Verdi wie tief seine Stimme herabzugleiten vermag. Ganz besonders gefiel er, zudem mit dramatischer Gestik und Mimik eines Bühnendarstellers, bei Jerome Kerns "Old Man River". Auch der Chor wechselte im zweiten Programmteil mehr ins ernste Fach und bot eine überzeugende Leistung insbesondere mit Verdis "Gefangenenchor".

Sven Scheuren am Klavier ist den 40 Sängern schon lange ein treuer Begleiter und zeigte sich wieder agil und ausdrucksstark an seinem Instrument. Rund 250 Zuhörer waren so angetan, dass überschwenglicher Beifall aufbrandete, nachdem alle Akteure gemeinsam Fritz Ihlaus "Jerusalem" dargeboten hatten. Eine Zugabe musste sein, und wohl jeder stimmte Bürgermeister Bernd Weidenbach zu: "Sie begeistern mit der Begeisterung, mit der sie zu Werke gehen. Wer sie erlebt, spürt, wie viel Spaß Ihnen die Aufgabe macht. Das kommt an."

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