Mit tänzerischer Eleganz

Capella Augustina spielt Mozart beim Konzert im Schloss Augustusburg

Brühl. Mozart! Das Motto des Konzertes der Capella Augustina in Schloss Augustusburg ließ an Kürze und Prägnanz nichts zu wünschen übrig.

Mit der frühen Es-Dur Sinfonie (KV 16), der Sinfonie Nr. 33 in B-Dur (KV 319) und dem sogenannten "Lützow-Konzert" (KV 246) spielte man Werke des kindlichen und jungen Mozart, in denen sich schon dessen Genie zeigte, die aber auch Zeugnisse der beständigen Arbeit an seiner musikalischen Meisterschaft sind.

Auch die grammatikalische Interpunktion des Mottos schien ihre Spuren zu hinterlassen. Mit einem Ausrufezeichen hätte man auch das forsche und insgesamt rundum formidable Spiel der von Andreas Spering geleiteten Capella Augustina versehen können, das an Deutlichkeit und Prägnanz nichts zu wünschen übrig ließ.

Das zeigte sich schon im spritzig gespielten ersten Satz der Es-Dur Sinfonie, aber auch im ebenso kurzen wie heiteren Final-Kehraus. Ein Geniestreich eines gerade einmal achtjährigen Kindes war der zweite Satz, bei dem eigentlich nicht viel mehr passiert, als dass ein Thema durch verschiedene Tonarten gejagt wird.

Spannend war es trotzdem, zumal in der klanglich hervorragend disponierten Interpretation der Capella Augustina. Als Solist des Abends spielte Christian Rieger das Klavierkonzert C-Dur (KV 246), das sogenannte "Lützow-Konzert, auf einem Hammerklavier.

Das faszinierende Klangspektrum des historischen Instruments schöpfte Rieger in bemerkenswerter Weise aus, nicht nur im langsamen Satz. Silbrig und glänzend ließ er die Läufe im ersten Satz perlen, sanfter und empfindsamer modellierte er den Klang im Andante, das nicht zuletzt von seiner sicheren Gestaltungskunst lebte.

Die Kunstpause vor der Kadenz etwa saß à point und auch agogisch war alles wie aus einem Guss. Hinreißend war nicht zuletzt die tänzerische Eleganz des Final-Rondos, das einen geradezu vornehm-aritokratischen Duktus hatte.

Nicht nur hier begleitete die Capella Augustina hingebungsvoll, Andreas Spering sorgte stets für ein in jedweder Hinsicht einvernehmliches Miteinander mit dem Solisten.

Markant und akzentuiert geriet auch die Interpretation der B-Dur Sinfonie: Aufbruchstimmung herrschte im ersten Satz, der zweite bestach nicht zuletzt durch eine intensive Klanglichkeit, die sich etwa in den ausgesprochen sanglichen fugierten Passagen zeigte, und der dritte Satz war ein Ausbund an Heiterkeit, Lockerheit und tänzerischer Beschwingtheit, der nur vom schwungvollen Finale übertroffen wurde.

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