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Moritz Seibert stellt Programm des Jungen Theaters vor

Spielplan für 2020/2021 : Moritz Seibert stellt Programm des Jungen Theaters vor

Das virtuelle Theaterprojekt „TKKG – Gefangen in der Vergangenheit“ kann selbst unter allerstrengsten Quarantäne-Bestimmungen gespielt werden.

Obwohl die wirtschaftliche Situation des Jungen Theaters mit Proben und Vorstellungsbetrieb erst mal schwieriger wird als in der Phase der kompletten Schließung, will Intendant Moritz Seibert nach vorne schauen. Am Wochenende ging für zwei Aufführungen der Vorhang auf: Seiberts Inszenierung von „Geheime Freunde“, die seit über zehn Jahren auf dem Spielplan steht, und das Kinderstück „Pettersson und Findus“ in der Regie von Andreas Lachnit. Die jeweils hundert Plätze waren komplett ausverkauft. Tickets gibt es noch für das Kindertheater „Der kleine Rabe Socke“ bei den BonnLive-Autokonzerten am Westwerk am 5. Juli.

Das JTB hat gleich nach dem Lockdown mit dem von der Telekom gesponserten Online-Angebot „Stage Door“ Kinder und Jugendliche eingeladen, sich selbst in die kreative Arbeit des Theaters einzubringen. Daraus ist ein Projekt entstanden, das zwar inhaltlich an ein lange geplantes Stück zum Beethoven-Jubiläumsjahr anknüpft, aber unter den Krisenbedingungen völlig neu konzipiert wurde. „TKKG – Gefangen in der Vergangenheit“ kann selbst unter allerstrengsten Quarantäne-Bestimmungen gespielt werden, denn weder Darsteller noch Zuschauer müssen am selben Ort sein. Die weltbekannten Nachwuchsdetektive Tim, Karl, Klößchen und Gaby sind wegen einer Ausgangssperre in ihren Wohnungen gefangen und können sich nur noch über Videokonferenzen treffen.

Beethoven in der Gamerszene

In dieser Situation erreicht sie der Hilferuf eines Jungen, der in der virtuellen Welt eines Online-Rollenspiels angeblich Opfer eines Raubes wurde. Das sei durchaus realistisch, erläutert Seibert, der den Plot mit Jugendlichen entwickelt hat und das Stück selbst inszeniert. In der Gamer-Szene werden Spiel-Währungen zunehmend in echtes Geld getauscht. TKKG macht sich also auf in die Fantasiewelt des Rollenspiels und merkt bald, dass die von zahllosen Spielern bevölkerte virtuelle Stadt eine detailgetreue Nachbildung der Stadt Bonn im späten 18. Jahrhundert ist. Auf der Suche nach dem Räuber begegnen sie einem Avatar, der sich als junger Ludwig van Beethoven präsentiert …

Mit der technisch sehr aufwändigen Produktion betritt das JTB im Zeichen fortschreitender Digitalisierung echtes Neuland. Gespielt wird live, das virtuelle Bühnenbild programmiert und gestaltet die Kölner Firma „TimeRide VR“. Die Telekom sponsert das Experiment und unterstützt es auf seiner Plattform „Magenta TV“. Gefördert wird es zudem von der Beethoven Jubiläumsgesellschaft GmbH und vom Beethoven-Haus, das seine Expertise zur Verfügung stellt. Die Uraufführung des spannenden Krimis wird live am 5. September im Telekom-Forum stattfinden. Bis zum 13. September sind weitere Aufführungen vorgesehen, die per Live-Stream überall zu erleben sind. Jedoch nicht kostenlos; an der Organisation des Ticketverkaufs wird noch gefeilt.

Ab Herbst soll es Theater wie gewohnt geben

Theater in der gewohnten Form soll es ab dem Herbst aber auch wieder geben. Zunächst vor allem mit Kinderstücken, damit Kitas und Grundschulen schon bald ihre Theaterbesuche in der Vorweihnachtszeit planen können. Die eigentlich zu Ostern vorgesehene Premiere von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, von Bernard Niemeyer inszeniert für Publikum ab 5 Jahren, wird am 24. Oktober nachgeholt.

Ab dem 1.November folgt für dieselbe Altersgruppe „Das Dschungelbuch“ in der Regie von Moritz Seibert mit Musik von Marc Schubring. „Die Schule der magischen Tiere“ mit vielen Kindern und Puppenspielern ist mit den aktuell noch geltenden Abstandsregeln nicht zu realisieren und kommt wahrscheinlich im Januar 2021 auf die Bühne. Für Jugendliche geplant sind ab März das politisch weiterhin hochaktuelle Drama „Die Welle“ und ab Mai „Der Traffikant“ nach dem Roman von Robert Seethaler. Das Werk ist 2021 Abiturstoff in NRW. In dem Programm „JTB@school“ können zudem Gastspiele verschiedener Produktionen gebucht werden, die dann zu den jeweiligen Spielorten in Schulen oder anderen Bildungseinrichtungen kommen.

Die JTB-Studiobühne im Metropol-Kuppelsaal muss vorläufig pausieren. Der neue Premierentermin für „Die weiße Rose“ steht noch nicht fest. Möglicherweise gibt es demnächst aber noch eine zusätzliche Sommer-Überraschung für junges Publikum.

Aktuelle Spielplan-Infos unter www.jt-bonn.de