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Ulrich Tukur in der Bonner Oper: Musik für schwache Stunden

Ulrich Tukur in der Bonner Oper : Musik für schwache Stunden

Musik für schwache Stunden? Das klingt nach Tanztee, Seidenschal und Grammophon. Das klingt behaglich nach alter Schule - von goldener Patina überzogen.

Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys (Günter Mertens, Ulrich Mayer und Kalle Mews) haben sich schließlich nicht umsonst der Unterhaltungsmusik aus den 1920er bis 1940ern verschrieben - leicht, beschwingt und mit feiner Ironie. Friedrich Hollaender zum Beispiel war ein Meister dieser Kunst. Ebenso wie Willi Kollo - Vater des Tenors René Kollo .

Zwar mag man während des ausgesprochen launigen Konzerts in der Reihe "Quatsch keine Oper" mitunter den Eindruck gewonnen haben, Tukur und die Boys hätten sich ein paar Wochen "off" gegönnt, um sich gemeinsam Ufa-Filme anzuschauen, aber das greift natürlich viel zu kurz.

Aber wie sie's nun auch gemacht haben mögen - der augenzwinkernde Charme, die gepflegte Satire und die vielsagende Leichtigkeit von damals lassen sich tatsächlich in unsere Zeit übertragen, in der Musik nicht mehr aus voluminösen Blechtrichtern, sondern aus kleinen Geräten mit angebissenem Apfel kommt.

Das funktioniert in deutscher Sprache ebenso wie mit britischer Nonchalance ("The Continental") und als temperamentvoller Charleston ("Everybody Loves My Baby But my Baby Loves only me"). Den grandiosen Schlusspunkt setzt "La Paloma". Licht, Ton, Tempo: Alles passt.

Für Mathias Richling, "Deutschland to go", am Freitag ,10. Januar, im Opernhaus gibt es noch Karten in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen.