Schülermanagement-Projekt zum Beethovenfest Bonn Musik, Mythos und Maschinen in der Kreuzkirche

Bonn · „Galatea Upload“ heißt die diesjährige Produktion des Bonner Schülermanagement-Projekts. Gemeinsam mit dem Beethovenfest entsteht eine Veranstaltung, die Altes und Neues miteinander verbindet. Die Schüler haben nun erste Einblicke in ihre Arbeit gegeben.

 Der digitale Raum als Bühne: das Schülermanagement-Team (von links) Anouk Vidrih, Gamze Karakaya, Luise Panzer, Sophie Stadler, Lennart Schulz, Zsolt Mate Kiss, Iklim Arikan und Tom Ziese (liegend).

Der digitale Raum als Bühne: das Schülermanagement-Team (von links) Anouk Vidrih, Gamze Karakaya, Luise Panzer, Sophie Stadler, Lennart Schulz, Zsolt Mate Kiss, Iklim Arikan und Tom Ziese (liegend).

Foto: Patrick Essex

Sanfte Klaviertöne erfüllen den Gremiensaal der Deutschen Welle in Bonn. Ihren Ursprung hat die Musik nicht etwa im Anschlag von Klaviertasten, sondern in Algorithmen. „KI-generiert“ steht auf der Leinwand, die hinter dem Sprecherpodium aufgebaut ist. Hinweis oder Warnung? Das bleibt bei der Pressekonferenz des Schülermanagements vom Beethovenfest Bonn offen. Denn: Anlass zu dem Treffen geben nicht etwa Fragen nach Moral und Ethik, sondern „Galatea Upload“, ein Konzertprojekt der besonderen Art.

„Alle sind ein bisschen aufgeregt. Es ist unsere erste Pressekonferenz“, sagt Sophie Stadler zu Beginn. Neben ihrem Dasein als Schülerin ist sie in diesem Jahr auch die Pressesprecherin des Projekts. Seit 2009 gibt es das Schülermanagement-Projekt, das jungen Menschen aus der Region ermöglicht, eine eigene Veranstaltung im Rahmen des Beethovenfestes zu gestalten. Neben der Kommunikation gibt es außerdem die Bereiche der Intendanz, Musikvermittlung und des Konzertmanagements. Professionelle Unterstützung erhalten die Schülerteams von Mitarbeitern des Beethovenfestes.

Beim Thema KI sind Schüler oft versierter

Philipp Seliger ist Leiter der Kommunikationsabteilung. Er findet: „Das Schülermanagement-Projekt ist bei uns im Team immer eines der Highlights, weil wir die Chance haben, auf Augenhöhe etwas zu entwickeln.“ Gerade beim Thema Künstliche Intelligenz oder Bildsprache seien Schüler oft versierter, bestimme es doch vermehrt ihre Lebensrealität. So habe man zum Beispiel mit den Schülern einen Tiktok-Kanal für das Projekt gestartet - eine Idee, die ohne den neuen Input nicht umgesetzt worden wäre.

In diesem Jahr kommt das Konzertprojekt am 27. September um 19.30 Uhr in der Bonner Kreuzkirche zur Aufführung. „Es ist eine szenisch-musikalische Annäherung an das Verhältnis des Menschlichen zu KI. Wir wollten das nicht nur aus unserer künstlerischen Vorstellung heraus entwickeln, sondern eben Bonner einbinden“, sagt Steven Walter, Intendant des Beethovenfestes. In vier Teile sei das diesjährige Konzert gegliedert, jedes behandele eine andere Facette des Verhältnisses von Mensch und Maschine. „Wir wollten zu jedem Kapitel andere musikalische Werke auswählen, deshalb haben wir uns für Musik von Spätbarock bis hin zur Uraufführung entschieden“, so Walter.

Pygmalion als Grundlage

Grundlage für die Inszenierung ist der Stoff des griechischen Künstlermythos Pygmalion. Dieser greift die Erzählung um einen Bildhauer auf, der sich in seine eigene Statue namens Galatea verliebt – eine Steilvorlage für die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz und der Frage danach, wie sich menschliches und künstliches Bewusstsein unterschiedet.

Anouk Vidrih ist 15 Jahre alt und Konzertmanagerin im Projekt. „Wir haben das Glück, ein ganz junges Orchester auf der Bühne zu haben: Die Junge Deutsche Philharmonie.“ Dirigiert wird sie von Anna-Sophie Brüning. Ein besonderes Highlight dabei: die Uraufführung des portugiesischen Komponisten Manuel Durão. Neben den Bonner Schülern sind außerdem die Tänzerin Sara Ezzell und der Schauspieler Christoph Tomanek unter der Regie von Anna Drescher auf der Bühne zu sehen.

Auch das Ende der Pressekonferenz beschließt die Künstliche Intelligenz – dieses Mal mit einem eigens komponierten Dankeslied. „Galatea Upload“ verspricht ein gelungener Abend zu werden – mit der Unterstützung aus dem Team des Beethovenfestes, das seinen Sitz in der Deutschen Welle hat, kann dabei ja nichts mehr schiefgehen.