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Nach Amerika: Familienkonzert in der Beethovenhalle

Nach Amerika: Familienkonzert in der Beethovenhalle

Auf dem Programm war die Sinfonie "Aus der neuen Welt" von Antonín Dvorak

Bonn. Nach Amerika ging es beim ersten Familienkonzert der Saison. Auf dem Programm: die Sinfonie "Aus der neuen Welt" von Antonín Dvorak. Zum Auftakt des Konzertes stand jedoch nicht die Musik, sondern das Beethoven Orchester im Mittelpunkt.

Gerade war das konzertpädagogische Programm des Klangkörpers mit dem Echo Klassik ausgezeichnet worden, und Thomas Honickel nutzte die Gelegenheit, einmal die verschiedenen Instrumente einzeln bei einem kleinen Quiz vorzustellen - natürlich mit Themen aus Dvoraks Sinfonie.

Besser konnte man die absolut gerechtfertigte Preisvergabe nicht illustrieren: am Ende hatten alle etwas gelernt, das musikalische Material war schon einmal vorgestellt, und Spaß hatte man dabei auch noch.

Unprätentiöser kann man Wissen über und Freude an der Musik kaum vermitteln. Zu der Sinfonie hatte Honickel eine ebenso bildkräftige wie einleuchtende Geschichte geschrieben, die auf historischen Fakten aus dem Leben Dvoraks basiert, diese aber publikumsgerecht und natürlich auch ein wenig frei aufbereitet.

Christian Firmbach trug den Text, dessen im Übrigen sehr sympathische Story nur im Scherzo etwas schwächelte, ebenso suggestiv wie pointiert zur Musik vor, und das Beethoven Orchester spielte wie immer bei den Familienkonzerten mit einem großartigen Elan.

Etwa im Largo, dessen zwischen melodisch-harmonischer Archaik und Melancholik schwankenden Charakter man bestens traf, oder im Finale, das vor Spielfreude nur so strotzte.

Daran hatte zweifelsohne auch Honickels stets äußerst klares und anschauliches Dirigat seinen unbestreitbaren Anteil. Auf der konzertpädagogischen Klaviatur spielte Honickel mindestens genauso virtuos wie das Beethoven Orchester auf seinen Instrumenten.

Ein kleiner Coup de théâtre am Schluss des Scherzos, ein bisschen Spökes kurz vor dem letzten Satz, und flugs ist die Aufmerksamkeit des jungen Publikums wieder da.

Und das Beste dabei ist, dass der erhobene pädagogische Zeigefinger immer genau dort bleibt, wo er auch hingehört: ganz tief unten in der Mottenkiste.

Am Sonntag, 10. Januar 2010, findet um 11 Uhr und 15 Uhr im Opernhaus das zweite Familienkonzert der Saison statt.

"Clara und Robert - Szenen einer Ehe? lautet der Titel des szenischen Porträtkonzerts anlässlich des 200. Geburtstags von Robert Schumann. Es spielt das Beethoven Orchester Bonn unter Thomas Honickel.