August Macke Haus Neue Details zum geplanten Erweiterungsbau

BONN · Das Timing war perfekt: Gerade noch vor der Bundestagswahl unterzeichneten Bundesaußenminister Guido Westerwelle und Kulturstaatsminister Bernd Neumann - beide werden der kommenden Bundesregierung nicht mehr angehören - Mitte September die Finanzierungsvereinbarung für den Erweiterungsbau des August Macke Hauses.

Mitunterzeichner der Vereinbarung, die eine Zusage von insgesamt 6,5 Millionen Euro beinhaltet, waren NRW-Kulturstaatssekretär Bernd Neuendorf und Ludger Sander, Bonner Stadtkämmerer und Vorstandsmitglied der Stiftung August Macke Haus.

Acht Wochen nach diesem feierlichen Akt im ehemaligen Atelier August Mackes nimmt nun das ehrgeizige Projekt Erweiterungsbau die nächste Hürde. "Seit Freitag ist die Tinte unter dem Bauantrag trocken", freut sich der Architekt Karl-Heinz Schommer, seit zehn Jahren mit den Plänen zum Erweiterungsbau betraut, "jetzt kann durchgestartet werden".

Etwas nüchterner reagierte Helmut Laufer, Geschäftsführer von ProBonnum und neben der Macke-Stiftung Bauherr, bei der Vorstellung der Planungen: Für ihn ist die "Zusicherung der Baugenehmigung" eine Etappe auf dem langen Weg zur Realisierung. Jetzt könne bald mit der Ausschreibung begonnen werden, meinte Laufer.

Da die Modalitäten wegen der beteiligten öffentlichen Mittel komplexer sind, wird sich der zunächst angepeilte Zeitrahmen für den Erweiterungsbau verschieben: Plante man gerade noch mit einem Richtfest zu Mackes 100. Todestag Ende September 2014 und der Eröffnung Anfang 2016, wird es nun wohl erst Anfang 2017 mit dem Museumsbetrieb losgehen. "Am 3. Januar 2017 ist Mackers 130. Geburtstag", erwähnt Klara Drenker-Nagels, Direktorin des August Macke Hauses und definiert damit das neue Ziel.

Was der Besucher dann erleben wird, erläutert Architekt Schommer mit seinen detaillierten Plänen. Von außen präsentiert sich der neue Museumskomplex als homogene Gruppe aus dem klassizistischen Macke Haus, dem angrenzenden Garten, der gegenüber der jetzigen Situation deutlich vergrößert wird, und dem L-förmigen Erweiterungsbau, der sich wie ein nach vorne offener Hof um den Garten gruppiert.

Den Abschluss zur Straße bildet eine Glasfront, die den Garten in eine Oase der Stille verwandeln soll - eine Situation, wie sie Macke selbst erlebte, als er im Garten malte. Auch die Wände des Erweiterungskubus aus Beton sollen mit Glasflächen verkleidet werden.

Weit fortgeschritten sind die Planungen für das Raumprogramm: Es wird im Erdgeschoss einen variablen, bis zu 120 Quadratmeter großen Veranstaltungsraum geben, eine Cafeteria und einen Museumsshop. Das erste Obergeschoss ist ein 260 Quadratmeter großer Ausstellungsraum, der internationalen Standards genügen soll. Im zweiten Obergeschoss sind unter anderem Räume für Museumspädagogik, eine Bibliothek und Büros geplant. Der Clou sind eine 120 Quadratmeter große Dachterrasse mit Pavillon und die Erschließung des historischen Künstlerhauses durch einen Aufzug, wodurch der ganze Komplex barrierefrei wird.

Auch die Planungen für das heutige Macke Haus, das zum biografischen Künstlerhaus werden soll, sind weit fortgeschritten. Klara Drenker-Nagels will Leben und Werk des Malers Macke, aber auch seine Rolle als Netzwerker, kulturpolitisch Engagierter und Anführer der Avantgarde im Rheinland mit Originalen, Fotos und Briefen dokumentieren. "Der Besucher soll in die Epoche eintauchen", sagt sie.

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