Veranstaltungsreihe in der Oper Bonn Alle Infos zur Spielzeit 2024/2025 von „Quatsch keine Oper“

Bonn · Erneut stehen große Namen auf dem Programm: Rita Baus hat die neue Spielzeit der beliebten Bonner Reihe „Quatsch keine Oper“ vorgestellt. Die Auftritte reichen von Atze Schröder über Mary Roos bis Daniel Hope. Wir geben einen Überblick.

Helge Schneider ist Teil der Reihe „Quatsch keine Oper“ in der Oper Bonn.

Helge Schneider ist Teil der Reihe „Quatsch keine Oper“ in der Oper Bonn.

Foto: dpa/Peter Kneffel

In jeder einzelnen Behörde in Deutschland sitzen die immer gleichen Beamtinnen. Davon ist zumindest die Berliner Komikerin namens Conny from the block überzeugt. In jedem Amt gebe es die Tief-einatmen-Petra, die Gegen-alles-Gisela oder Küken-Dilara. Deren mal mehr, mal weniger aufregenden Arbeitsalltag verarbeitet Conny in satirischen Videos – und erreicht damit Hunderttausende Menschen in den sozialen Medien. Für die Bonner Kulturproduzentin Rita Baus ist das ein „Phänomen“. Sie habe „es in ihrer langen Karriere nur selten erlebt, dass jemand innerhalb eines Jahres so erfolgreich geworden ist“. Kein Wunder also, dass Kunstfigur Conny im September bei Baus‘ Format „Quatsch keine Oper“ in Bonn auftritt.

Die kommende Spielzeit der beliebten Veranstaltungsreihe hat die künstlerische Leiterin jetzt im Opernhaus vorgestellt. 17 vielfältige Termine stehen auf dem Programm – von leichter Unterhaltung mit Atze Schröder über einen Mitsing-Abend mit Guildo Horn bis hin zu Weihnachtsklassikern mit dem Frauenquartett Salut Salon.

Autor Joachim Meyerhoff liest als Premiere aus seinem neuen Roman

Einen „sehr exklusiven Auftritt“ verspricht Baus mit der Premierenlesung „Man kann auch in die Höhe fallen“ von Joachim Meyerhoff. Der Schauspieler und Autor ist vielfach preisgekrönt für seinen autobiografischen Zyklus „Alle Toten fliegen hoch“, den er sowohl auf der Bühne im Burgtheater Wien als auch in sechs Romanen präsentierte. Sein neues Buch erzählt von der Zeit nach seinem Schlaganfall, vom Versuch eines Neuanfangs in Berlin, der gründlich schiefging.

 Holt erneut renommierte Gäste nach Bonn: Rita Baus, künstlerische Leiterin von „Quatsch keine Oper“.

Holt erneut renommierte Gäste nach Bonn: Rita Baus, künstlerische Leiterin von „Quatsch keine Oper“.

Foto: Benjamin Westhoff

Literatur gibt es ebenso beim gemeinsamen Auftritt von Geiger und Beethoven-Haus-Präsident Daniel Hope sowie Schauspieler Sebastian Koch. Mit Texten von Dostojewski bis Brecht und Musik von Debussy bis Bach begeben sie sich auf die Suche nach dem Paradies. Ist es Sehnsucht, ist es Utopie – oder etwas ganz anderes? Was passiert am Ende des Lebens? Hope und Koch wollen Antworten geben.

Zum Auftritt von Helge Schneider ist noch nicht viel bekannt

Eine weitere Doppelbesetzung in der neuen Spielzeit bieten Schlagersängerin Mary Roos und Kabarettist Wolfgang Trepper. Ihre erste gemeinsame Revue spielten sie bereits von 2015 bis 2019 unter dem – etwas fragwürdigen – Titel „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“. Seit knapp drei Jahre gibt es nun den Nachfolger namens „Mehr Nutten, mehr Koks – scheiß‘ auf die Erdbeeren“. Es soll eine „Retroshow der Sechziger- und Siebzigerjahre“ sein, Baus sagt „Wortgefechte“ auf der Bühne voraus.

Politischer wird es mit dem satirischen Jahresrückblick „Schluss jetzt!“ von Florian Schröder. Wurde der Kabarettist vor knapp zwanzig Jahren durch seine Imitationen von Prominenten bekannt, hat er sich heute zu einem „ernstzunehmenden politischen Kommentator“ gewandelt, wie Baus betont. Gesellschaftliches Engagement prägt auch das Schaffen von Musiker Konstantin Wecker. Seit 1968 in der Kleinkunstszene aktiv, will er in Bonn mit „Lieder meines Lebens“ einen „sehr persönlichen Einblick“ in die vergangenen fünf Jahrzehnte seiner Karriere geben.

Johann König kommt für zwei Termine zurück in die Bonner Oper

Als Wundertüte, wie könnte es anders sein, lässt sich der Auftritt von Unterhaltungskünstler Helge Schneider bezeichnen. Der Inhalt seines Programms? „Wir wissen gar nichts“, sagt Baus und lacht. „Nicht, ob er mit zwei, drei oder acht Leuten kommt.“ Doch wer seine letzten Auftritte in der Region gesehen hat, im Februar etwa in der Kölner Philharmonie, kann sicher sein: Das kann nur gut werden!

Gern gesehener Dauergast bei „Quatsch keine Oper“: Max Mutzke, hier beim Konzert mit Stefanie Heinzmann (links).

Gern gesehener Dauergast bei „Quatsch keine Oper“: Max Mutzke, hier beim Konzert mit Stefanie Heinzmann (links).

Foto: Thomas Kölsch

Doch was wäre „Quatsch keine Oper“ eigentlich ohne die Gäste, die fast schon unzertrennlich zur Reihe gehören? Kabarettistin Gerburg Jahnke etwa, die wie immer ihre Lieblingskolleginnen einladen will. Oder Max Mutzke, der stets für hochkarätige Überraschungsgäste wie Barbara Schöneberger, Stefan Raab oder Thomas Quasthoff sorgt. Zum zweiten Mal in Folge sind auch Matthias Brandt und Jens Thomas dabei, die bereits in der aktuellen Spielzeit mit dem Gruselmärchen „Der Horla“ für Gänsehaut im Opernhaus sorgten. Der Abend kam so gut beim Publikum an, dass Brandt und Thomas das Programm nun wiederholen. Und dann wäre da noch Johann König, der an zwei Abenden mit „Wer Pläne macht, wird ausgelacht“ zurückkehrt. Der Titel dieses Programms lässt sich indessen wohl kaum auf die anstehende Spielzeit von „Quatsch keine Oper“ anwenden. Wer solche Pläne wie Rita Baus macht, hat kein Auslachen, sondern Applaus verdient.

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