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Philharmonie Köln: Höhepunkte der neuen Saison - das Programm

Zum Wiederauftakt Bayreuth am Rhein : Das sind die Höhepunkte der neuen Saison in der Philharmonie Köln

Die Pandemie hat auch die Kölner Philharmonie ausgebremst. Jetzt nimmt die Live-Kultur wieder Fahrt auf. Intendant Louwrens Langevoort stellt Höhepunkte der neuen Saison vor.

In den kommenden Monaten soll die Kölner Philharmonie nach pandemiebedingter Zwangspause wieder zum alten Format zurückfinden. „Wir sind bekannt von San Francisco bis Wladiwostok“, sagt Intendant Louwrens Langevoort, „das müssen wir natürlich hochhalten.“ Dafür haben sie im 35. Jahr des Bestehens der Philharmonie jetzt ein Programmpaket aufgelegt, das für die ersten Monate bis Dezember nun detailliert vorliegt und für das kommende Jahr bereits einige Glanzlichter ankündigt. Einen Wagner-Akzent gibt’s schon am 30. August. Langevoort: „Das Orchester der Bayreuther Festspiele mit Andris Nelsons als Dirigenten spielt den ersten Akt der ‚Walküre’!“ Das Konzert ist eine der sehr raren Gelegenheiten, das Orchester einmal außerhalb Bayreuths zu erleben. Nelsons werde später in der Spielzeit noch einmal zurückkehren, dann mit den Wiener Philharmonikern, verriet Langevoort.

Weiter kündigte der Philharmonie-Chef den britischen Dirigenten Sir Simon Rattle als Porträtkünstler an. Er wird zwei Konzerte mit dem London Symphony Orchester (22.9.2021 und 30.4.2022) und eines mit dem Chamber Orchestra of Europe (3.6.2022) dirigieren. Besonders interessant: ein Schwerpunkt mit Bruckners vierter Sinfonie, der zu einer Art Werkstattbesuch beim Komponisten wird. Bevor die bekannte letzte Version erklingt, werden zwei Sätze aus der massiv abweichenden Frühfassung geboten.

Der andere Porträtkünstler ist der gefeierte französische Bratschist Antoine Tamestit, der für einige Semester an der Kölner Musikhochschule lehrte. Langevoort schätzt an ihm den unverwechselbaren Ton und seine Flexibilität: „Er macht alle Arten von Musik.“ In Köln wird er das als Solist wie im Verein mit unterschiedlichen Ensembles zeigen, darunter mit dem SWR Symphonieorchester unter Teodor Currentzis (27.3.2022).

Lang Lang und andere Legenden

Darüber hinaus werden viele Orchester, Ensembles und Solisten ihren Weg nach Köln finden. Klavierlegende Grigory Sokolov wird bereits am 22. August seine Fans bezaubern, András Schiff kommt mit der Cappella Andrea Barca (31.10.2021), Gürzenich-Kapellmeister François-Xavier Roth bringt sein Originalklang-Ensemble Les Siècles (17.10.2021) mit, Kent Nagano setzt das auf Originalinstrumente abgestimmte Wagner-Projekt mit Concerto Köln fort, Klaviersuperstar Lang Lang wird ebenso spielen (29.11.2021) wie der exzentrische Wahlkölner Chilly Gonzales, der zum Jahreswechsel wieder im liebgewonnenen Bademantel am Klavier Platz nehmen wird (29.12.2021).

Eröffnet wird die Saison mit Originalklang-Festival „Felix!“. „Das ist das barocke Pendant zu ‚Acht Brücken’“, erläutert Langevoort. Prominente Festivalgäste aus der Barockszene sind zum Beispiel das Collegium Vocale 1704 oder das Bach Consort Wien. Ein spannendes Crossover wagen das schwedische O/Modernt Kammarorkester und Jazzposaunist Nils Landgren.

Für die Philharmonie ist es ein Glücksfall, dass öffentliche wie private Geldgeber ihr auch während der Krise treu bleiben. Nur die Frage der staatlichen Corona-Ausgleichszahlungen, wie sie die Philharmonie etwa über die Novemberhilfe erhalten hat, werde noch juristisch geprüft, verriet Langevoort. „Ob das vielleicht doch an der Stadt hängenbleibt, muss man mal schauen.“