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"Talkrunde mit Gesang" der Bonner Opernfreunde: Plädoyer für Förderung des Nachwuchses

"Talkrunde mit Gesang" der Bonner Opernfreunde : Plädoyer für Förderung des Nachwuchses

Der in Bonn ansässige Deutsche Musikrat startet in Allianz mit der Kölner Philharmonie und der Oper Köln sowie dem Gürzenich-Orchester Köln und dem WDR Sinfonieorchester im kommenden September mit dem "Deutschen Dirigentenpreis".

Das ist ein international ausgeschriebener Nachwuchswettbewerb, dessen Teilnehmer sich sowohl auf dem Konzertpodium wie im Operngraben gleichermaßen zu beweisen haben. Wichtiger vielleicht noch als die Preisgelder in Höhe von 20.000 Euro für den Sieger, 10.000 Euro für den zweiten und 5000 Euro für den dritten Platz sind Konzert-Engagements und Assistenzen bei deutschen Opernhäusern und Orchestern, unter anderem beim Beethoven Orchester Bonn.

Da wurden selbstverständlich die Opernfreunde Bonn hellhörig und luden zu einer von WDR3-Redakteur Michael Schwalb moderierten "Talkrunde mit Gesang" ins Opernfoyer, die mit Bonns Generalintendant Bernhard Helmich, Benedikt Holtbernd, Opernfreunde-Vorsitzender und Künstlerischer Geschäftsführer des Deutschen Musikrats, Will Humburg, Darmstädter GMD und Beiratsmitglied des Dirigentenforums, Christian Stach, Orchestervorstand des WDR Sinfonieorchesters, sowie mit dem in Teheran geborenen Hossein Pishkar, erster, bereits feststehender Wettbewerbsteilnehmer, breit besetzt war.

Über die Notwendigkeit einer Nachwuchsförderung war sich die Runde einig, zumal für die Oper, wo die Spezies eines handwerklich soliden und erfahrenen Ersten Kapellmeisters auszusterben drohe (gleiches gelte für die Spezies "Studienleiter").

Im Übrigen erlerne man gerade mit der "Grabenerfahrung" sein Rüstzeug wirklich gründlich. Nicht unerwähnt blieb dabei, dass eine solche Feststelle angemessener dotiert werden müsse.

Dieser neue Wettbewerb diene somit der Qualitätssicherung der von der Unesco als "immaterielles Weltkulturerbe ausgezeichneten deutschen Orchester- und Theaterlandschaft". Die im vergangenen Jahr als Stipendiatin des Deutschen Musikwettbewerbs in die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler aufgenommene und für die kommende Saison von den Opernfreunden patenschaftlich betreute Sopranistin Sheva Tehoval gab, am Flügel begleitet von Elmira Sayfullayeva, Kostproben ihres phänomenalen Ausdrucksvermögens, vom Sprechgesang in Luciano Berios "Sequenza 3" für Frauenstimme über fünf Schumannlieder, darunter traumhaft innig "Mondnacht", bis hin zu den Gurgel strapazierenden Koloraturen der mit kapriziösem Charme gestalteten Rosina-Arie "Una voce poco fá" aus Rossinis "Il barbiere di Siviglia".

Dieser Abend, dem noch weitere folgen sollen, diente den Opernfreunden als Benefiz zugunsten des dritten Wettbewerbspreises.