Abschluss der Videonale Bonn Publikumspreis geht an Agnes Meyer-Brandis

Bonn · Mit einem vollen Haus beim Finale-Wochenende, der Retrospektive des Videokünstlers Garry Hill und der Verleihung des Publikumspreises ist am Wochenende die 14. Videonale Bonn im Kunstmuseum zu Ende gegangen.

 Mondgänse: Sequenz aus Agnes Meyer-Brandis' Preisträgerfilm.

Mondgänse: Sequenz aus Agnes Meyer-Brandis' Preisträgerfilm.

Foto: Courtesy Agnes Meyer-Brandis, Copyright VG Bild-Kunst 2013

Der KfW-Publikumspreis der Videonale ging an Agnes Meyer-Brandis. Ihr Beitrag "The Moon Goose Colony" setzte sich im Feld der 41 präsentierten Videoarbeiten durch.

Das Publikum prämierte damit einen der witzigsten Beiträge des Festivals: Es geht um eine auf einem Roman von Francis Gordon (1603) fußende Recherche zu einem fiktiven Thema und die Frage, ob Gänse bis zum Mond fliegen können. Glaubt man der 1973 in Aachen geborenen Agnes Meyer-Brandis, können sie es prinzipiell.

Im Stil einer wissenschaftlichen Dokumentation, mit herrlichen Bildern und einem pseudowissenschaftlichen Kommentar weist die Videokünstlerin das Unfassbare nach. Mit viel Liebe zum Detail zeichnet Meyer-Brandis die Arbeit der "Wissenschaftler" nach, die die Aufzucht der Mondgänse begleiten.

Videonale-Direktorin Tasja Langenbach zog gestern eine positive Bilanz des am 15. Februar gestarteten Videofestivals und der Ausstellung. "Es ist alles gut gelaufen, die Resonanz war positiv", sagte sie dieser Zeitung. Mehr als sechs Wochen lang war Bonn ein Mekka für Video-Fans. Das Angebot, insbesondere die Retrospektiven von Kenneth Anger und Gary Hill, sei beim Publikum gut angekommen.

Trotz Abschluss gibt es für die Videonale keine Pause. Christian Jankowski, der für seinen unfreiwillig aktuellen (Papstrücktritt und Wahl), genialen Beitrag "Casting Jesus" mit dem KfW-Preis der Videonale-Jury ausgezeichnet wurde, soll einen exklusiven Abend bekommen.

Ab Herbst geht die Videonale mit einem Filmprogramm auf Tournee: Gastspiele in den Vereinigten Arabischen Emiraten und anlässlich der Moskau-Biennale stehen ebenso auf dem Programm wie eine Präsentation der Beiträge in Brasilien. Fünf Monate lang soll eine Auswahl ferner durch die Schweiz touren, in einem umgebauten Lkw, der im Oktober am Kunstmuseum Bonn startet und nach der Rundreise wider an den Rhein zurückkommt.

Mit einer Fortsetzung der Video-Reihe "Elektronenströme" und einer Serie kleinerer Veranstaltungen will das Festival bis zur Videonale 2015 die Spannung halten: "Wir wollen sichtbar bleiben", sagt Tasja Langenbach.

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