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Bonner Oper: "Quatsch keine Oper" mit einem gut aufgelegten Jan Josef Liefers

Bonner Oper : "Quatsch keine Oper" mit einem gut aufgelegten Jan Josef Liefers

"Radio Doria" - so heißt die Band des Schauspielers Jan Josef Liefers. Unter diesem Motto fand auch seine Show Samstagabend in der Bonner Oper statt.

Wie in einer echten Radiosendung präsentierte Liefers einen Jingle zu "Radio Doria", ehe es darauf mit der gleichnamigen Single weiterging. Die Organisatorin der Reihe "Quatsch keine Oper", Rita Baus, begrüßte vorab die Zuschauer der fast ausverkauften Oper und hieß Jan Josef Liefers mit Radio Doria herzlich willkommen.

Zuletzt war der gebürtige Dresdner im Dezember 2009 mit der Band in Bonn zu Gast. Damals tourten sie noch unter dem Namen "Oblivion". Der Schauspieler und Pathologe im Münsteraner Tatort ist seit Jahren auch leidenschaftlicher Musiker. 1999 landete seine Single Jack's Baby auf Platz 16 der deutschen Charts. 2002 folgte die erste Albumveröffentlichung seiner Band.

Mit Hits wie "Pralles Leben", "Rückenwind" und "Liebe wie Du" startete Liefers das zweistündige Konzert. Kurzweilige Anekdoten und heitere Geschichten aus dem Alltagsleben des Schauspielers begeisterten das Publikum zwischen den Liedern. Liefers las vorwiegend negative Schlagzeilen aus dem General-Anzeiger und Express vor, nur um kurz danach mit dem Titel "Eine gute Nachricht" fortzufahren.

Dass der Schauspieler nicht nur abrocken kann, sondern auch eine poetische Ader hat, bewies er mit einigen lyrischen Zeilen, die er im Dunkeln sitzend vortrug. Zu diesen bewegte sich, von ruhigen Klängen begleitet, eine Ballerina anmutig auf der Bühne. "Mein erster Berufswunsch war Gitarrengott, mein zweiter Berufswunsch war Bob Dylan", sagte Liefers, griff zu Gitarre und Mundharmonika und sang gemeinsam mit dem Publikum. Nach der Pause gab es eine Hymne auf die romantische Sicht des Mondes.

Dieser sei laut Liefers "kein Reiseziel", sondern dazu da, in einer klaren Nacht paarweise oder allein bestaunt zu werden. Der Song "Diebesgut" war eine Ode auf den geburtenstärksten Jahrgang 1964, dem neben dem Frontmann noch 13 weitere Personen im Opernsaal angehörten. Mit dem Ohrwurm "Halleluja" endete das Konzert und jeder Musiker der Band zeigte noch einmal mit einem kurzen Solo sein Können.

Während der Zugabe, einem Lieb über Abschied, kletterte Jan Josef Liefers durch die Bankreihen, um sich persönlich von seinen Zuschauern zu verabschieden. Ein tolles Konzert mit einem charismatischen Bandleader ging zu Ende.