Pantheon in Bonn Richard Rogler - Das muss er mal sagen

BONN · "Ich habe nie geglaubt, dass Frau Merkel Kanzlerin ist. Die Frau mag es geben, aber als Kanzlerin? Wie soll denn das passiert sein?" Eine gute Frage, auf die es viele denkbare Antworten gibt. Auch einige absurde. Und genau an dieser Stelle setzt Richard Rogler an, der bekennende Pataphysiker, der jetzt im Pantheon mit seinem Programm "Das müssen Sie mal sagen" zu Gast war.

 Im Meer der Wahrscheinlichkeiten: Richard Rogler.

Im Meer der Wahrscheinlichkeiten: Richard Rogler.

Foto: KCT

Denn laut der Wissenschaft der imaginären Lösungen ist Merkel unter anderem die finale Rache Erich Honeckers am Westen, die langsam zentrale Positionen der CDU zersetzt, Wehrpflicht und Kernkraftwerke abschafft, den Mindestlohn einführt und am Ende mit einer 80-Prozent-Koalition DDR-Verhältnisse wieder herstellt. Ganz ohne Mauer. Klingt völlig verrückt. Ist es wahrscheinlich auch. Aber nicht unmöglich.

In diesem Meer der Wahrscheinlichkeiten, in dem viele Stammtischbewohner immer wieder trübe fischen, schwimmt Satire-Hai Rogler fröhlich umher, auf der Jagd nach Erklärungen für eher unbequeme Wahrheiten und politischen Aktionismus der Gaga-Art.

So beschwert er sich über das von der EU präferierte Duschkopf-Modell "Nieselregen im Emsland", das im Duell mit seinem hauseigenen "Niagara"-Exemplar von den Wassermassen des letzteren erschlagen werden dürfte. Gnadenlos überzeichnend und dennoch den Finger auf soziale Probleme legend, arbeitet sich Rogler an den Themen ab, die ihm die Gäste von "Gertis kleinem Brauhaus", seiner Lieblingskneipe, in den Block diktiert haben, geistreich freigeistig nach dem Motto "Immer mit dem Geist der Machtlosen gegen die Macht der Geistlosen!"

Info: Richard Rogler ist am 22. Mai erneut im Pantheon zu Gast. Karten bei Bonnticket und in den GA-Zweigstellen.

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