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Interview: Sänger Wincent Weiss tritt in Bonn auf

Interview : Sänger Wincent Weiss tritt in Bonn auf

Der Sänger Wincent Weiss spielt am 6. Juli mit seiner Band im Vorprogramm von Sarah Connor auf dem Kunst!Rasen in Bonn. Steffen Rüth traf ihn zum Interview.

Sein erster Hit heißt „Musik sein“. Wer „Irgendwas gegen die Stille“, das erste Album von Wincent Weiss gehört hat, ahnt: Es wird nicht seine letzte große Nummer gewesen sein. Den einen oder anderen kleinen Nachteil bringt sie schon mit sich, diese Karriere als aufstrebender Popsänger. „Die Plattenfirma bat mich, mit dem Skateboard ein bisschen aufzupassen“, sagt Weiss. Ausgerechnet jetzt, wo auch sein bester Freund, mit dem er früher immer geskatet ist, nach Berlin gezogen ist. Wincent selbst lebt schon seit einem halben Jahr dort. „Alle paar Monate schaffen wir es hoffentlich noch, eine Runde zu boarden.“ Weiss wird es verschmerzen, dass die sportlichen Aktivitäten momentan etwas eingeschränkt sind. Denn was der attraktive, 24 Jahre alte junge Mann aus Eutin in jüngster Vergangenheit als Sänger und Songwriter an den Start gebracht hat, ist mehr als bemerkenswert.

„Musik sein“ zählt zu den erfolgreichsten Songs des vergangenen Jahres, aus jedem Radiosender schallte (und schallt) einem die flotte Liebesbekundung an die Musik als solche entgegen. „Es ist ein großes Glücksgefühl, das dieses Lied in mir ausgelöst hat“, sagt Weiss. Entstanden ist das Stück bei einer Session eher so nebenbei, „aber irgendwie scheint das Gesamtpaket gut anzukommen.“

Doch Weiss kann mehr als nur radiofreundliche Hymnen. Auf seinem in akribischer Detailarbeit über einen Zeitraum von zwei Jahren entstandenen Debütalbum überzeugen auch die ruhigen Momente. „Wenn mir die Worte fehlen“, „Herzlos“ oder „Ein Jahr“ sind erstklassige Liebeskummerlieder. Weiss: „Eine frühere Beziehung hängt mir ziemlich nach. Es ist schön, wenn man in Songs verarbeiten kann, was einen bedrückt. Inzwischen habe ich ganz gut damit abgeschlossen, das Leben geht weiter.“ Was man dem Beat-orientierten aktuellen Hit „Feuerwerk“ anhört. „Wir wollten, dass das Album viele Facetten hat, dazu gehört neben der Melancholie unbedingt auch Lebensfreude.“

Ein kompletter Neuling ist Wincent, der privat erstaunlicherweise ausschließlich Heavy Metal hört, „aber leider nicht die passende Stimme hat, um es als Metal-Shouter zu versuchen“, freilich nicht mehr. 2013 nahm er an „Deutschland sucht den Superstar“ teil und kam unter die letzten 30, zwei Jahre später gelang dem Musiker, der schon seit Jahren Coversongs auf Youtube hochlädt, ein Überraschungshit mit „Unter meiner Haut“, im Original von Elif, und nun bearbeitet vom DJ-Duo Gestört aber Geil.

Das Elektrolastige sei sein Ding aber nicht, Wincent steht eher auf handgemacht klingenden Pop. „Meinen Job als Restaurantleiter in München und den Plan, BWL zu studieren, habe ich jetzt erst einmal aufgegeben“, erzählt er. „Es läuft einfach zu gut, um sich nicht hundertprozentig auf die Musik zu konzentrieren.“

Wincent Weiss spielt mit seiner Band im Vorprogramm von Sarah Connor. Am sechsten Juli kommt er um 19 Uhr nach Bonn. Tickets gibt es unter www.bonnticket.de und allen GA-Vorverkaufsstellen.