Sechtemer Autor legt neuen Vorgebirgs-Krimi vor

Friedrich Germanus ist tot. Für die Polizei besteht kein Zweifel: Der Besitzer der Roisdorfer "Felsenquelle" verunglückte in seinem Haus. Anzeichen auf Fremdeinwirkung gibt es keine. Doch da ist noch die Witwe Elfriede.

 Rudolf Jagusch mit einem Mercedes W 110,der in seinem Buch eine besondere Rolle spielt.

Rudolf Jagusch mit einem Mercedes W 110,der in seinem Buch eine besondere Rolle spielt.

Foto: Wolfgang Henry

Bornheim-Sechtem. Friedrich Germanus ist tot. Für die Polizei besteht kein Zweifel: Der Besitzer der Roisdorfer "Felsenquelle" verunglückte in seinem Haus. Anzeichen auf Fremdeinwirkung gibt es keine. Doch da ist noch die Witwe Elfriede.

In der Todesnacht glaubt sie, jemanden im Haus gehört zu haben, nur schenkt ihr niemand Glauben. Elfriede leidet am Grauen Star und auch mit mit ihrem Erinnerungsvermögen ist es nicht um Besten bestellt. Kein einfacher Fall für den Kölner Kommissar Stephan Tries.

Der Sechtemer Autor Rudolf Jagusch (43) lässt in seinem neuen Buch "Todesquelle" Tries nun zum dritten Mal im Vorgebirge ermitteln. Allerdings unter neuen Vorzeichen. "Meine Stammleser wissen, dass Tries vor drei Jahren ins Vorgebirge zog, um ein Sabbatjahr von seiner Polizeiarbeit zu nehmen, er litt an einer Midlife-Crisis.

Mehr Info: "Todesquelle" von Rudolf Jagusch ist erschienen im Emons-Verlag, 253 Seiten, ISBN 978-3-89705-755-5, und kostet 9,90 Euro.Diese hat er nun überwunden." Jaguschs Stil ist klar. Er selbst sagt "handlungsorientiert und dialoglastig". "Eine Kneipe ist eine Kneipe, hier muss ich nicht seitenlang beschreiben, wie es in der Kneipe aussieht, jeder kann sich seine eigenen Vorstellungen machen", findet er.

Große Bedeutung kommt in dem drittem Vorgebirgskrimi einem beigefarbenen Mercedes zu - wie das Haus ein Erbstück von Tries? Eltern. In den ersten beiden Romanen "Leichen-Sabbat" (2007) und "Nebelspur" (2009) fristete der Oldtimer, Baujahr 1967, noch sein Dasein in der Garage des Hauses an der Ophofstraße.

Nun hat Tries das Schätzchen aufpoliert und düst damit zwischen Rhein, Villerücken, Köln und Bonn hin und her und geht seinen Ermittlungen nach. Dass die Beschreibungen so authentisch wirken liegt an Karl-Heinz Habeth. Per Zufall fand Jagusch auf einer lokalen Internetseite ein Foto mit Habeth und dessen beigefarbenen Mercedes W 110, Baujahr 1967.

Bekannt ist er auch als "Kleine Heckflosse". Habeth (52), von Beruf Cheffahrer, ist Mitglied des Motorradveteranenclubs Brenig. "Der Wagen hat damals neu rund 12 500 Mark gekostet", sagt Habeth, in dessen Garage in Waldorf unzählige Mercedes-Ersatzteile lagern.

"Die Marke Mercedes war immer schon bei den Landwirten äußerst beliebt. Die Wagen waren robust, man konnte sie sehr gut für die Arbeit zwischen Hof und Feld einsetzen." Für Rudolf Jagusch wird der Kontakt zu Karl-Heinz Habeth stets in bester Erinnerung bleiben: "Wir fuhren gemeinsam durchs Vorgebirge, dann ließ er mich ans Steuer, nur so könnte ich erspüren, was es heißt, einen Oldtimer zu fahren."

Erstmals ist Kommissar Tries am Rhein in Hersel unterwegs. Auch lokalpolitische Diskussionen finden sich wieder, beispielsweise die geplante Ansiedlung eines Einkaufszentrums. Jagusch, der im Hauptberuf Verwaltungswirt beim Landschaftsverband Rheinland in Köln ist, hat bereits sein nächstes Projekt im Auge.

Geplant ist für 2011 eine neue Reihe, die in der Eifel spielt. Diesmal schickt er eine ganze Polizeitruppe auf Mörderjagd zwischen Kommern und Mechernich, von Euskirchen bis nach Aachen. "Ich möchte einmal etwas anderes machen und neue Charaktere entwickeln." Ein neuer "Tries" ist dann für 2012 geplant.

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