Kritik zu „The Zone of Interest“ Topografie des Terrors entfaltet sich im Kopf des Publikums

Bonn · Nazis im Big-Brother-Haus: Jonathan Glazers Film „The Zone of Interest“ läuft im Kino. Die Schreie und Schüsse von jenseits der KZ-Mauer klingen in dem Film ständig an. Sandra Hüller spielt in dem Film mit.

Christian Friedel als Rudolf Höß und Sandra Hüller als Hedwig Höß im Film „The Zone Of Interest“.

Christian Friedel als Rudolf Höß und Sandra Hüller als Hedwig Höß im Film „The Zone Of Interest“.

Foto: dpa/-

Wer wollte diesen Ort verlassen? Hedwig Höß hat das Haus, in dem sie mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern lebt, mit viel Herzblut gestaltet. Die Villa mit Swimmingpool und Kinderrutsche und dem üppigen „Paradiesgarten“ liefert das Fundament für einen komfortablen Lebensstil, stets präsentes Personal inklusive. Hedwigs Mann ist Rudolf Höß, der Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz in Polen. Als er seine Frau darüber informiert, dass ihm eine Beförderung und der Familie ein Umzug bevorstünden, explodiert Hedwig. „Wir haben alles, was wir wollen, direkt vor der Haustür“, stellt sie kämpferisch fest. Die an die Mauer des Vernichtungslagers angrenzende Villa sei doch „unser Lebensraum“. Man müsse sie schon hier raustragen.