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Bobbys Klassik: Tschaikowskys Märchenballett "Dornröschen" in der Beethovenhalle

Bobbys Klassik : Tschaikowskys Märchenballett "Dornröschen" in der Beethovenhalle

Früh aufstehen muss, wer an Karten für Bobbys Klassik kommen will. Umso mehr freuten sich 500 Kinder und ihre Eltern, die am Samstag auf Einladung von General-Anzeiger und Beethoven Orchester Bonn (BOB) zur "Dornröschen"-Generalprobe in die Beethovenhalle kommen durften.

Die Aufführung am Sonntag ging dann wieder vor vollem Haus über die Bühne und zauberte allen großen und kleinen Zuschauern ein seliges Lächeln ins Gesicht: Schöner als mit Tschaikowskys Märchenballett "Dornröschen", in einer gekürzten Fassung präsentiert von Thomas Honickel am BOB-Pult und dem Ballettzentrum Vadim Bondar, hätte das neue Kinderkonzertjahr nicht anfangen können.

Pauken und Trompeten kündigen das Königspaar an, das die Geburt seiner lang ersehnten Tochter Aurora feiert. Damit beginnt ein Klang- und Farbenrausch voller Pomp und Poesie: Das groß besetzte Orchester schwelgt in Tschaikowskys märchenhafter Sinfonik, davor kümmern sich vier junge Erzählerinnen um den sagenhaften Kontext, und auf der Bühne drehen sich grazile, rosa-weiß aufgebauschte Hofdamen im Walzertakt.

Dann der Auftritt von sechs fortgeschrittenen Elevinnen, die als gute Feen dem Königskind Schönheit, Klugheit, Anmut, Beredsamkeit, Kraft und Weisheit bescheren - jede tanzt ein wunderbares Solo, in dem Choreograf Vadim Bondar die jeweilige Gabe anschaulich dargestellt hat. Die böse Carabosse (Sia Mehdi Shamel) kommt mit wildem Blick, roter Mähne und ihrem Gefolge von Ratten hereingefahren, und das Verhängnis nimmt seinen Lauf.

Da kann Aurora (souverän: Anastasia Bondar) noch so anmutig tanzen, sie sticht sich doch in den Finger. Gut, dass die Fliederfee den Todesfluch abmildern kann: Dornröschen schläft und mit ihr das ganze Schloss - bis mit dem Tanzprofi Ivan Korneev ein wahrlich prachtvoller Prinz gefunden ist, der sie wachküssen darf.

Zur Hochzeit von Aurora und Prinz Desiré gratulieren Rotkäppchen und der Wolf (Anna Linh Hoang und Emily Siegemund), zwei Katzen (Olivia Lesh und Olivia Moliassa) und drei blaue Vögel (Celine Maar, Alexander Kurochkin, Eric Trushin). Ihre zauberhaften Auftritte unterstreichen noch einmal das hohe Niveau dieser Aufführung, in der Gasttänzer und Ballettschüler aller Altersklassen ihr Können zeigen. Das letzte Wort hat die Musik: Zum zärtlichen Pas de deux des jungen Paars und der Krönung des Prinzen führt Honickel das BOB mit sattem Streicherklang und strahlendem Blech in eine Schluss-Apotheose, die sich gewaschen hat: ganz großes Kino.