Tschaikwoskys „Eugen Onegin“ in Bonn Vasily Barkhatov inszeniert das Ende einer Liebe

Bonn · Die großartige Inszenierung von Tschaikowskys „Eugen Onegin“ in Bonn wird vom Publikum gefeiert. Sopranistin Anna Princeva ist der Star des Abends. Unter Hermes Helfricht spielt das Beethoven Orchester in Höchstform.

Pjotr I. Tschaikowskys „Eugen Onegin“ in Bonn mit Anna Princeva (Tatjana) und Giorgos Kanaris (Onegin).

Pjotr I. Tschaikowskys „Eugen Onegin“ in Bonn mit Anna Princeva (Tatjana) und Giorgos Kanaris (Onegin).

Foto: Sandra Then/SANDRA THEN

Einen Festsaal, wie ihn Pjotr I. Tschaikowsky in seiner Oper „Eugen Onegin“ für die Namenstagsfeier seiner Heldin Tatjana vorsieht, bietet Vasily Barkhatov in seiner Bonner Inszenierung dem Publikum nicht. Da findet die Party unter freiem Nachthimmel statt. Statt zu tanzen, amüsieren sich die Gäste aus dem Dorf beim Rodeln, sausen auf ihren Schlitten die Schräge im Bühnenhintergrund herunter. Auch der Titelheld, in den Tatjana unsterblich verliebt ist, erfreut sich an dieser willkommenen Abwechslung vom langweiligen Leben auf dem Lande. Allerdings nicht mit ihr, sondern mit ihrer Schwester Olga, was Olgas Verlobten Lenski rasend eifersüchtig macht. So sehr, dass er seinen Freund Onegin schließlich zum Duell herausfordert. Dass die Sache für den Herausforderer tödlich endet, ist in der Bonner Inszenierung jedoch eher die Folge eines Unfalls: Im außer Kontrolle geratenen Handgemenge der aufgeheizten Dorfgemeinschaft stößt Onegin seinen Freund versehentlich von der Schräge.