Gespräch mit Regisseur vor Premiere Warum der Komponist des “Columbus“ umstritten ist

Bonn · „Ein Unternehmen der Ausbeutung“: Jakob Peters-Messer inszeniert im Rahmen der Bonner Reihe „Fokus ’33“ Werner Egks „Columbus“. Die 1933 uraufgeführte Oper setzt sich kritisch mit dem Kolonialismus auseinander. Auch deshalb ist sie weniger problematisch als ihr Schöpfer.

 Regisseur Jakob Peters-Messer (links) und Bühnenbildner Sebastian Hannak im Bühnenbild.

Regisseur Jakob Peters-Messer (links) und Bühnenbildner Sebastian Hannak im Bühnenbild.

Foto: Bettina Stoess

Die Botschaft von Werner Egks im Juli 1933 uraufgeführter Rundfunkoper „Columbus“ erscheint so aktuell, als sei sie ein Lehrstück für die aktuelle, erregt geführte Postkolonialismus-Debatte. „Diese Oper stellt die Figur und den Mythos Columbus von Anfang an infrage“, weiß Jakob Peters-Messer, der gerade letzte Hand an seine Inszenierung des Werkes legt, das am Sonntag im Bonner Opernhaus Premiere feiern wird. Egk beschreibe die Entdeckung Amerikas, so Peters-Messer, „als ein Unternehmen der Ausbeutung“. Man könne diesen „Columbus“ durchaus als einen ideologiekritischen Gegenentwurf zum drei Jahre vorher in Berlin uraufgeführten „Christophe Colombe“ von Darius Milhaud verstehen.