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Bad Godesberger Kunstverein: Zahlreiche Besucher kommen zum ersten Kunstmarkt

Bad Godesberger Kunstverein : Zahlreiche Besucher kommen zum ersten Kunstmarkt

Enis Kurtulus hatte auf einem Tisch seine experimentellen bunten Arbeiten ausgebreitet. "Alles im kleinen Format und für den kleinen Geldbeutel. Nichts darf also mehr als 200 Euro kosten", erläuterte Ingrid Gahl für den Bad Godesberger Kunstverein die Bedingungen, unter denen auch Mitglied Kurtulus am Wochenende am ersten Kunstmarkt des Vereins teilnehmen konnte.

22 Künstler des Vereins boten im Glaskarree an der Burgstraße, "Kleine Kunstwerke zu kleinen Preisen" an - so stand es am Eingang.

Unter den zahlreichen Besuchern war auch Miriam Beyer. "Ich bin einfach neugierig, was hier angeboten wird", sagte sie und kam schnell mit Künstlerin Gitta Büsch ins Gespräch. Die hatte in einer Ecke des Karrees ihre Druckgrafik und ihre Akte ausgestellt.

Einige Besucher beugten sich auch über ganz kleine Kunstobjekte, die Büsch in Form von Broschen aufbereitet hat. "Alles sehr schöne Unikate", staunten die Besucher. Büsch selbst war sehr angetan von der Vereins-Idee, den Kunstmarkt ins Leben zu rufen. "Wir arbeiten ja ansonsten meist allein. Und hier bekommen wir direkte Resonanz vom Publikum, das wiederum unsere Arbeiten an anderer Stelle wiedererkennen kann."

Ein Stück weiter präsentierte Bildhauer Alfredo Kirchner seine kleinformatigen Bronzen. "Ich habe vor, alles zu verkaufen", sagte der Wachtberger. Er hatte einiges zu tun. So diskutierte er mit einer Kunsthistorikerin über Formen und Bewegung.

Im Lauf der Veranstaltung füllte sich das Glaskarree mit vielen Besuchern aller Generationen. Unter anderem schauten die Schwestern Celine und Jennifer Christ vorbei. "Wir malen viel in der Schule. Wir wollten mal sehen, was wir bei den Profis lernen können", sagte Celine und hatte sich schon in eine Radierung verguckt.

"Wir haben alles da: Malerei, Zeichnungen, Collagen, Druckgrafiken, Fotografien, und Objekte. Wie gewohnt, auf hohem handwerklichem und künstlerischem Niveau", berichtete Ingrid Gahl bei einem Rundgang. Vielleicht sei ja für den ein oder anderer etwas als Weihnachtsgeschenkidee geeignet. Etwa eins der "Müllbilder" von Ulrike Ankirchner? Sie hat in ihre Miniaturbilder immer auch einen alten Schlüssel, ein Stück eines alten Buchrückens oder ein anderes Mini-Fundstück eingearbeitet.

"Ich kann an nichts vorbeigehen, das mir irgendwie gefällt", erzählte sie. Und zeigte als eine ganz andere Idee eine Schachtel gegossener Pralinen, die dem Betrachter richtig Appetit machen. "Diese kalorienfreien Pralinen schlagen sich garantiert nicht auf der Hüfte nieder", sagte Ingrid Gahl und lachte.

Dann ging es zu Norbert Bogusch und Hilmar Röner. Bogusch bot Aquarelle an, die etwa die Toscana oder die nicht weniger schöne Godesburg zeigen. Röner dagegen hatte eine Kollektion kleiner Acrylbilder mit Goldrahmen und Metallauflage ausgebreitet. "Ich lasse mich von der Technik inspirieren", erklärte er Besuchern, die der Goldhandschrift nachspürten, die auf jedem Bild zu erkennen ist.