1. News
  2. Kultur & Medien

Beethoven in Brasilien: Samba für Beethoven

Beethoven in Brasilien : Samba für Beethoven

Unter dem Motto „Beethoverão“, das heißt Beethovensommer, klinkt sich das Goethe-Institut im brasilianischen Porto Alegre in das Jubiläum ein.

Ungläubig, auch etwas neidisch, blicken wir auf die Bilder vom Strand von Copacabana in der „Tagesschau“, die, wie hoch und heilig versichert wird, kein Archivmaterial sind, sondern aktuell massenweise knapp bekleidete Badende und Sonnende zeigen. Corona? War da was? Im Bolsonaro-Land ticken die Uhren wohl anders.

Wenn der Sommer nicht mehr weit ist

Und während uns die schöne Ballade von Konstantin Wecker aufreizend durch den Kopf schießt – „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist/ Und der Himmel violett,/ Weiß ich, dass das meine Zeit ist,/ Weil die Welt dann wieder breit ist,/ Satt und ungeheuer fett“ – kommt eine Messenger-Nachricht von einem Freund aus dem brasilianischen Porto Alegre. Und während sich hierzulande das Beethoven-Jubiläumsjahr bibbernd in die Verlängerung zittert, wird in Porto Alegre der „Beethoverão“ eingeläutet, der Beethovensommer. Freund Stephan Hoffmann schreibt: „Der brasilianische Sommer in der Pandemie kann auch so innovativ daherkommen, jenseits aller politischen Streitereien und Sorgen.“ Und er schickt ein erstes Video aus einer Reihe, die diesen „Beethove­rão“ begleiten wird: Eridany Borba und die Gruppe Kiai drehen Beethovens Sonate „Pathetique“ durch die Samba-Mühle. Herrlich. Vorschriftsmäßig mit Maske haben die Musiker das Stück im Wohnzimmer eingespielt, Flöte, Schlagzeug, Keyboard und E-Bass lavieren zwischen Beethovens Musik aus dem dritten Satz „Rondo Allegro“ und beschwingter traditioneller Musik. Ein echtes Gutelaunestück.

Malen zu Beethoven-Musik

Es ist ein Beitrag des Goethe-Instituts Porto Alegre, das sich mit „Beethoverão“ in die internationalen Beethoven-Feierlichkeiten einklinkt. Zwei weitere Musikstücke sollen demnächst auf der Youtube-Seite des Goethe-Instituts Porto Alegre zu sehen und hören sein. Bereits jetzt kann man ein monumentales Wandbild bewundern, „Muro e Musica“. Gitarrist Eduardo Guterres begleitete mit Auszügen aus Beethovens 3. Sinfonie die Arbeit der Künstlerin Camila Moritugui. Das „Making of“ findet sich auf Youtube und der Facebook-Seite von BTHVN. Beethoven sei, so liest man „eine der wichtigsten kulturellen Persönlichkeiten Deutschlands“.