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Netflix, Amazon, Sky und Co.: Fünf Serien-Highlights im Juni

Netflix, Amazon, Sky und Co. : Fünf Serien-Highlights im Juni

Die Rückkehr eines genialen Meisterdiebs, Neues von Horrorkönig Stephen King und die Apokalypse als buntes Märchen: Wir stellen fünf Highlights vor, die im Juni bei Streamingdiensten oder im Bezahlfernsehen starten.

„Sweet Tooth“ (ab 4.6., Netflix) – Corona, Rassismus, Umweltzerstörung und Klimakatastrophe: Die dystopische Serie „Sweet Tooth“ spiegelt die großen Themen unserer Zeit wider – und verdichtet sie zu einem warmherzigen Märchen. Die Story: Eine tödliche Seuche hat die Erde ins Chaos gestürzt, zeitgleich bringen Frauen mysteriöse Hybridwesen aus Mensch und Tier zur Welt. Ein Vater flieht mit seinem Sohn, einem Hirsch-Hybrid, in den Yellowstone-Park, wo die beiden jahrelang im Einklang mit der Natur leben. Als der Vater stirbt, bricht der Junge auf, um seine Mutter zu finden – dabei begleitet ihn ein starker Endzeitkrieger durch eine Welt voller Gefahren. Die Post-Apokalypse-Serie im bunten Auenland-Look malt eine Zukunft aus, in der die alte Ordnung am Ende ist und die Hoffnung auf den Schultern eines Kindes mit reinem Herzen liegt. Der Held mit dem Hirschgeweih ist zuckersüß.

„Liseys’s Story“ (ab 4.6., AppleTV+) – Der erfolgreiche Horrorautor Scott Landon (Clive Owen) wird von einem wütenden Leser ermordet. Als seine Ehefrau Lisey (Julianne Moore) seinen Nachlass ordnet, wird sie plötzlich bedroht – von Menschen und Monstern: Ein irrer Fan will mit Gewalt unveröffentlichte Manuskripte Landons an sich bringen, und in verstörenden Visionen gerät Lisey in eine Schattenwelt, in der ein menschenfressender Unhold lauert. Der Achtteiler basiert auf Stephen Kings autobiographisch gefärbtem Roman „Lisey’s Story“, King verfasste auch die Drehbücher zu der Serie. Diese beginnt als Psychothriller übers Trauern, dann mehren sich die Schauerelemente – doch leider geht die Romanadaption weder als Charakterstudie noch als Gruselschocker unter die Haut.

„Lupin“ (ab 11.6., Netflix) – Die Abenteuer eines charmanten Pariser Meisterdiebs und Rächers begeisterten Millionen Zuschauer in aller Welt: „Lupin“ ist die derzeit erfolgreichste Netflix-Serie. Doch die erste Staffel ließ ihre Fans nach nur fünf Folgen mit einem fiesen Cliffhanger im Regen stehen. Nun erzählen fünf neue Folgen, wie die Geschichte weitergeht: Erneut muss Meisterdieb Assane Diop (Omar Sy) mit Mut und Raffinesse seine Gegner austricksen, und wie gewohnt spielt die abwechslungsreiche, angenehm konventionelle Gaunerstory an tollen Schauplätzen.

„Upright“ (ab 16.6., ARD-Mediathek) – Komisch und rührend zugleich: Eine der besten Serien des Monats kommt aus Australien. Die Handlung des Roadmovies beginnt auf einer staubigen Straße im Outback. Der heruntergekommene, tablettensüchtige Lucky Flynn (Tim Minchin) fährt mit seinem Auto und einem alten Klavier im Gepäck heim, weil seine Mutter im Sterben liegt. Er lernt die ausgebüxte Teenagerin Meg (Milly Alcock) kennen, eine Göre, die hinter ihrer rauen Fassade ein Herz aus Gold verbirgt. Das Schicksal schweißt die beiden Außenseiter zusammen, tagelang fahren sie durch die Wüste und gehen sich in bester Screwball-Comedy-Manier verbal an die Kehle. Neben den charaktervollen Hauptdarstellern ist die australische Landschaft der dritte Protagonist der Tragikomödie, dazu gibt es 80er-Jahre-Musik und schwarzen Humor.

„Solos“ (ab 25.6., Amazon) – Anne Hathaway, Helen Mirren und Morgan Freeman: Die Science-Fiction-Serie „Solos“ wartet mit einer hochkarätigen Besetzung auf – übergreifendes Thema ist die Einsamkeit des Menschen, der in einer technisierten Welt isoliert lebt. Die einzelnen Folgen werden unabhängig voneinander erzählt und fokussieren sich auf jeweils eine Figur. In einer Episode spielt „Avenger“-Star Anthony Mackie einen Mann, der sich dank moderner Technik selber treffen kann – und sich spontan hasst. Helen Mirren steckt als Teilnehmerin einer Studie in einer Raumkapsel, allein mit einem Bildschirm und einer körperlosen Stimme: Hier wird deutlich, dass „Solos“ eine Reaktion auf das Dasein in Corona-Zeiten darstellt. Die einzelnen Episoden stammen von unterschiedlichen Regisseuren: Stil und Qualität sind deshalb sehr verschieden.