Glosse zu "Independance Day" Hillary for President

Meinung | Bonn · Roland Emmerich bringt im Juli nach zwanzig Jahren die Fortsetzung seines Klassikers "Independance Day" in die Kinos - und macht damit Wahlkampf für Hillary Clinton. Während im wirklichen Leben Clinton noch um das höchste Amt im Weißen Haus kämpft, führt im Film Präsidentin Elizabeth Lanford bereits die Geschäfte.

Vor sechs Jahren hatte Hollywoodstar George Clooney 150 seiner schwerreichsten Freunde zu einem besonderen Dinner in sein Haus in Los Angeles eingeladen. Für 40 000 Dollar, die sie pro Gedeck auf den Tisch legen mussten, gab es nicht nur Essen vom Feinsten, sondern auch die Gewissheit, dass mit dem Geld die Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama unterstützt würde. Im aktuellen Wahlkampf um die US-Präsidentschaft, die sich am 8. November entscheiden wird, mischt nun Hollywood-Regisseur Roland Emmerich mit. Er bedient sich nicht, wie Clooney, seiner Popularität, sondern setzt auf die Wirkung seiner Kunst als Filmregisseur.

In der Fortsetzung seines 20 Jahre alten Science-Fiction-Action-Klassikers „Independance Day“ wird die Schauspielerin Sela Ward als US-Präsidentin Elizabeth Lanford angesichts eines Alien-Angriffs auf Washington und den Rest der Welt ihre Qualitäten als entschlossene Krisenmanagerin unter Beweis stellen dürfen. Stellvertretend natürlich für die aktuelle demokratische Kandidatin Hillary Clinton, in deren mächtigsten Gegner, Donald Trump, nicht wenige eine ähnlich gefährliche Bedrohung für die Menschheit sehen, wie sie von den Außerirdischen ausgeht. Am Ende des Films, so darf man wohl vermuten, wird der amerikanische Wähler feststellen: Eine Frau schafft das.

Das unbedingte Vertrauen in die weibliche Politik ist im amerikanischen Film- und Fernsehgeschäft freilich kein ganz neues Phänomen. In den Staffeln 7 und 8 der Echtzeit-Serie „24“ regierte Allison Taylor, dargestellt von Cherry Jones, die von Terrorangriffen bedrohten Vereinigten Staaten von Amerika. Auch sie war eine klug abwägende und dennoch entscheidungsstarke Persönlichkeit. Zuvor, in den ersten drei Staffeln, hatte der schwarze Präsident David Palmer (Dennis Haysbert) im Weißen Haus amtiert. Das könnte Emmerich Hoffnung machen. Es ist nicht auszuschließen, dass er wegen „24“ an die Wirkung seiner Bilder glaubt.

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