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„Kultur ist ein Menschenrecht“: Jazzmusiker Till Brönner fordert Politik zu Hilfen für Künstler auf

„Kultur ist ein Menschenrecht“ : Jazzmusiker Till Brönner fordert Politik zu Hilfen für Künstler auf

Der Jazzmusiker Till Brönner, der in Bonn zur Schule gegangen ist, hat die Politik zu nachhaltiger Hilfe für die Veranstaltungs -und Kulturbranche aufgerufen. „Das Land steht kulturell still und die beweglichsten und ehrlichsten tretet ihr mit den Füßen, wenn ihr nicht handelt“, sagt er in einem Videoaufruf.

In Show und Kultur seien mit 1,5 Millionen mehr Menschen beschäftigt als bei den Autobauern, die Branche erwirtschafte jedes Jahr rund 130 Milliarden Euro, sagt Brönner in dem Video, das er auf Facebook und Instagram veröffentlicht hat. Brönner sprach von einem „unwirklichen Schauspiel“ angesichts der Zwangspause für viele Künstler. „Wenn ein gesamter Berufszweig per Gesetz gezwungen wird, seine Arbeit zum Schutze der Allgemeinheit ruhen zu lassen, dann muss doch die Allgemeinheit dafür sorgen, dass die Menschen nach Corona noch da sind“, sagte der Musiker. „Das ist kein Luxusproblem, das ist ein Kernproblem.“ Man könne nicht Konzernen Milliarden „in den Vorgarten werfen“ und Kulturleute mit Hartz IV abspeisen.

Vor Corona seien die Musiker weder arbeitslos gewesen noch hätten sie ein Nachfrageproblem gehabt - im Gegensatz zu anderen Branchen, die durch „Schläfrigkeit oder Gier“ in Schieflage geraten seien. Der Ruf der Unterhaltungsindustrie nach Hilfen der Kulturstaatsministerin sei zu kurz gedacht. Gefordert seien das Wirtschafts-, Arbeits- und Finanzministerium, sagte Brönner. „Es geht um Geld, viel Geld.“

Nicht nur Musiker, auch Tontechniker, Beleuchter oder Busfahrer seien betroffen. „Wir sind keine Minderheit.“ Brönner rief die Kulturschaffenden auf, notfalls eine Gewerkschaft zu gründen, um sich gemeinsam Gehör zu verschaffen. Einmal drei Tage ohne Musik im Radio - dann würden die Menschen verstehen, wie wichtig die Kultur sei. Kultur sei kein Luxus, sondern ein Menschenrecht - und spüle zudem viel Geld in die Staatskassen.

(dpa)